Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
12.06.2015 Michael Schröder

Telekom: Dish-Gebot noch nicht vom Tisch - Gerüchteküche brodelt

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Deutsche Telekom
Trendthema

Der US-Satellitenfernsehanbieter Dish feilt laut einem Pressebericht weiter an einem möglichen Gebot für die Telekom-Tochter T-Mobile US. Die Aktie der Deutschen Telekom reagiert positiv und zeigt sich in dem angeschlagenen Marktumfeld recht stabil.

Derzeit liefen Gespräche mit Banken über die Finanzierung eines Baranteils, der sich bis auf 15 Milliarden Dollar belaufen könnte, berichtete das Wall Street Journal (WSJ). Das Blatt berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen. Dish wolle im Falle eines Übernahmeversuchs allerdings den Großteil in Aktien bezahlen. Die gesamte Höhe des Gebots für den viertgrößten Mobilfunker der USA sei aber nachwie vor unklar. T-Mobile US ist an der Börse derzeit knapp 31 Milliarden Dollar wert - Dish kommt auf 33,7 Milliarden Dollar.

Die Deutsche Telekom hält im Moment noch zwei Drittel an ihrer US-Tochter und soll dem Bericht zufolge nach einem möglichen Zusammenschluss von Dish und T-Mobile US weiterhin an dem fusionierten Unternehmen beteiligt bleiben. Es sei aber auch noch unklar, ob es überhaupt zu einem Gebot kommt. Derzeit sehe es nicht danach aus, dass es Dish-Chef Charlie Ergen eilig damit habe. Die derzeit laufenden Verhandlungen mit den Banken über eine mögliche Finanzierung seien aber ein Beleg, dass der schwer kalkulierbare Ergen mit seinen Ankündigungen, sich im Mobilfunkgeschäft einzukaufen, bald ernst machen könnte.

Zur Erinnerung: Die Telekom hatte auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends den US-Mobilfunker Voicestream übernommen. Unter anderem wegen der daraus entstandenen hohen Schulden wollte der Konzern das US-Geschäft 2011 an AT&T verkaufen, scheiterte jedoch am Widerstand der US-Wettbewerbshüter. Im vergangenen Jahr gab es immer wieder Spekulationen über einen Verkauf von T-Mobile. Zu den damaligen Interessenten soll auch schon Dish gehört haben. Die Telekom selbst ist offen für eine Trennung - wenn der Preis stimmt.

Die Fantasie ist da. Die Anleger reagieren positiv auf die Presseberichte. Bestätigen sich die Gerüchte, dürfte die T-Aktie weiter zulegen. Noch ist der kurzfristige Abwärtstrend aber intakt. Erst über 16 Euro würde sich das Chartbild aufhellen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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