TeamViewer: Das reicht nicht

TeamViewer: Das reicht nicht
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Jan-Paul Fóri Heute, 07:43 Jan-Paul Fóri

TeamViewer hat am Dienstagmorgen detaillierte Jahreszahlen vorgelegt. Nachdem der Softwarekonzern wichtige Eckdaten bereits im Vorfeld veröffentlicht hatte, gab es allerdings keine großen Überraschungen. Weil zudem der Ausblick eher vorsichtig als euphorisch ausfiel, geht es für die Aktie vorbörslich leicht abwärts.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 steigerte TeamViewer den pro-forma-Umsatz währungsbereinigt um fünf Prozent auf 767,5 Millionen Euro und traf damit die eigene Prognose punktgenau. Analysten hatten zuletzt im Schnitt rund 784 Millionen Euro erwartet, lagen damit aber leicht über dem tatsächlich erzielten Wert. Angesichts des schwierigen Marktumfelds und der Integrationsphase nach der 1E-Übernahme ist das kein Beinbruch.

Besonders stark präsentierte sich die Profitabilität: Das bereinigte EBTIDA kletterte um acht Prozent auf 340 Millionen Euro, die Marge erreichte satte 44,3 Prozent. Damit unterstreicht TeamViewer einmal mehr seine hohe operative Effizienz. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie legte deutlich zu und stieg um 17 Prozent auf 1,23 Euro. 

Unter dem Strich sank der IFRS-Nettogewinn zwar um vier Prozent auf 118,2 Millionen Euro, was jedoch vor allem auf negative Währungseffekte und höhere Zinsaufwendungen im Zuge der 1E-Akquisition zurückzuführen ist. Operativ läuft das Geschäft stabil.

Enterprise stark, SMB im Umbau

Ein Blick in die Segmente zeigt ein zweigeteiltes Bild: Das Enterprise-Geschäft bleibt der klare Wachstumstreiber. Der eigenständige Enterprise-ARR legte um starke 19 Prozent zu, unterstützt durch mehrere Großabschlüsse – darunter der größte Frontline-Deal der Unternehmensgeschichte in den USA.

Im SMB-Bereich dagegen ging der ARR leicht zurück. Das Management spricht offen von einer bewussten „Course Correction“. Kurzfristige Monetarisierungsmaßnahmen wurden gestoppt, um das Segment nachhaltiger aufzustellen. Kurzfristig belastet das, mittelfristig könnte es sich auszahlen.

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Ausblick 2026: Vorsicht statt Euphorie

Für das laufende Jahr schlägt TeamViewer deutlich vorsichtigere Töne an. Der Umsatz soll 2026 währungsbereinigt zwischen stagnierend und plus drei Prozent liegen. Das entspräche Erlösen von bis zu rund 790 Millionen Euro und läge damit nur leicht über dem Vorjahresniveau. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mit rund 43 Prozent weiterhin sehr hoch bleiben, auch wenn sie leicht unter dem Niveau von 2025 liegen dürfte.

Insgesamt will CEO Oliver Steil mittelfristig wieder auf einen deutlicheren Wachstumskurs zurückkehren: „Unsere Prioritäten für 2026 sind weitere organische Investitionen in unser Produktportfolio, eine Beschleunigung unserer Go-to-Market-Aktivitäten, um zum führenden Anbieter im Bereich Autonomous Endpoint Management zu werden, sowie eine Belebung des SMB-Segments und eine Verbesserung der 1E-/DEX-Performance. Der konsequente Fokus auf diese Prioritäten gibt uns die Zuversicht, mittelfristig wieder zu einem Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zurückzukehren – bei gleichzeitig weiterhin hoher Profitabilität“, ließ der Konzernchef verlauten.

Teamviewer (WKN: A2YN90)

Die Börse reagiert gelassen. Nach den vorläufigen Zahlen hat das Unternehmen keine neue Hiobsbotschaft verkündet, was positiv zu werten ist. Auch der verhaltenen Ausblick passt in das Konzept eines langsamen, aber nachhaltigen Comebacks. Vorbörslich notiert das Papier bei Lang & Schwarz rund zwei Prozent schwächer. Ein Einstieg drängt sich aktuell nicht auf.

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Quelle: Börsenmedien AG

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