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14.04.2015 Maximilian Steppan

Südzucker: 30 Prozent-Chance - Aktie jetzt kaufen?

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Südzucker

Zuletzt erholte sich der Zuckerpreis von seinem Sechs-Jahres-Tief. Der Zuckermarkt ist aber weiterhin geprägt von Überkapazitäten. Die Südzucker-Aktie, quasi ein "Derivat" auf den Zuckerpreis, wird von den Analysten unterschiedlich eingestuft.

Insgesamt beschäftigen sich 15 Experten mit den Papieren des größten europäischen Zuckerproduzenten. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 10,83 Euro. Einer, der sechs Analysten, die zum Verkauf raten ist Wolfgang Vasterling von der NordLB. Vasterling hat die Einstufung für Südzucker nach enttäuschenden Eckdaten und einem sehr schwachen Ausblick auf "Verkaufen" mit einem Kursziel von 8,50 Euro belassen. Zwar fielen mit dem Ende der Zuckermarktordnung 2017 die Produktionsbeschränkungen weg. Der Wettbewerb im Weltmarkt dürfte aber noch zunehmen, so dass die Unternehmensziele sehr ambitioniert erschienen.

Ebenfalls negativ eingestellt ist Nils-Peter Gehrmann von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Gehrmann hat das Kursziel für Südzucker nach dem schwachen Ausblick von 10 auf 9 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen. Er habe seine Schätzungen für das operative Ergebnis (Ebit) um bis zu 46 Prozent gesenkt. Der schwierige Zucker- und Ethanolmarkt sei in den Konsensschätzungen nicht angemessen enthalten, was weitere Risiken berge.

Kursziel 15 Euro

Dagegen hat Richard Withagen vom Analysehaus Kepler Cheuvreux die Einstufung für Südzucker auf "Buy" mit einem Kursziel von 15 Euro belassen. Der Analyst setzte die Aktien in einer Studie vom Dienstag zudem auf die Empfehlungsliste für den Nahrungsmittelsektor. Zusammen mit Marc Gabriel hat Withagen damit das höchste Kursziel für den MDAX-Titel. Er sieht den Zuckermarkt vor einer Bodenbildung.

Viele Risiken

Regelmäßig bringen negative Meldungen die Südzucker-Aktie unter Druck. Ansätze einer Bodenbildung zeichnen sich zwar ab, aber der Abwärtstrend ist weiterhin intakt. DER AKTIONÄR bleibt deshalb weiterhin vorsichtig. Anleger sollten an der Seitenlinie bleiben und bei besseren Alternativen im MDAX zuschlagen.

(mit Material von dpa-AFX)

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