Das Krypto-Schwergewicht Strategy schlittert tief in die Verlustzone. Nach einem glänzenden Vorjahr drückt der Kurssturz von Bitcoin das Ergebnis massiv ins Minus. Strategy verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust von 8,2 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein satter Gewinn von 10 Milliarden Dollar in den Büchern.
Der Grund: nicht realisierte Papierverluste auf die massiven Krypto-Bestände. Während die Kryptowährung im Jahresvergleich um über 40 Prozent einbrach, stockte der Konzern seine Bestände im Quartal zunächst um elf Prozent auf einen Höchststand von 846.000 Bitcoin auf. Aktuell hält das Unternehmen laut der jüngsten Pflichtmitteilung noch 843.775 Bitcoin.
Kurswechsel hin zum Cash-Polster
Die Marktturbulenzen zwingen das Management nun zu einem strategischen Kurswechsel. Seit fünf aufeinanderfolgenden Wochen pausiert das Unternehmen den Zukauf von Bitcoin. Das neue Ziel lautet: Aufbau einer Liquiditätsreserve in Dollar.
Auch die Schwäche der eigenen Vorzugsaktie STRC drückt auf die Stimmung. Das Papier verfehlte zuletzt die Zielmarke von 100 Dollar. Um die Dividenden dieser Vorzugsaktien zu sichern, verkaufte Strategy seit Jahresbeginn Bitcoin im Wert von rund 218 Millionen Dollar. Zudem kaufte der Konzern eigene STRC-Anteile für 25 Millionen Dollar zurück.
Schuldenabbau und neue Leitplanken
Konzernchef Phong Le steuert energisch gegen. Im zweiten Quartal senkte Strategy die ausstehenden Wandelanleihen um 18 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Gleichzeitig wuchs die Dollar-Reserve laut Finanzvorstand Andrew Kang auf mittlerweile 3,75 Milliarden Dollar an. Dies reicht aus, um die Zins- und Dividendenzusagen für die kommenden zwei Jahre zu bedienen.
Ein neues Rahmenwerk regelt nun die Liquidität. Dieses erlaubt es unter anderem, Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Dollar zu veräußern, um das Cash-Polster zu stützen, falls die Ausgabe neuer MSTR-Stammaktien unvorteilhaft erscheint. Ziel bleibt es, den Kurs der Vorzugsaktie STRC stabil zwischen 99 und 100 Dollar zu halten.
Reaktion an der Wall Street
Entsprechend gelassen reagierten die Anleger an der Börse. Die Aktie von Strategy legte am Donnerstag im regulären Handel um rund fünf Prozent zu. Im nachbörslichen Handel verharrte das Papier nahezu unverändert bei 97,21 Dollar.
Strategy spürt die Schattenseiten seiner extremen Bitcoin-Fokussierung. Der Milliardenverlust zeigt, wie anfällig die Bilanz für die Volatilität des Kryptomarktes bleibt. Ein Einstieg drängt sich nicht auf.
Heute, 12:17
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