Der Konflikt zwischen den USA und Iran verschärft sich weiter. Nach neuen gegenseitigen Angriffen rückt die strategisch wichtige Straße von Hormus erneut in den Mittelpunkt. Während Teheran die Meerenge nach eigenen Angaben geschlossen hält, erklärt US-Präsident Donald Trump den Seeweg für offen – und stellt eine mögliche Kontrolle durch die USA in Aussicht.
• Konflikt über den Status der Straße von Hormus entbrennt erneut.
• Trump will die Straße von Hormus unter die Kontrolle der USA bringen.
• Der Iran dementiert die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump.
„Sie ist offen“, sagte Trump in der NBC-Sendung „Meet the Press“ und widersprach damit der iranischen Darstellung. Auch das zuständige US-Regionalkommando Centcom erklärte, die Straße von Hormus bleibe eine internationale Wasserstraße, die der Iran nicht kontrolliere.
Iran hält dagegen an seiner Position fest. Die Islamische Revolutionsgarden hatten nach den jüngsten Angriffen des US-Militärs erklärt, dass die Durchfahrt bis auf Weiteres verboten sei. Erst nach dem Ende der Bombardierungen könne der Schiffsverkehr wieder aufgenommen werden.
Neue Angriffe verschärfen die Lage
Die jüngste Eskalation folgt auf eine weitere Angriffswelle der USA gegen iranische Ziele. Nach Angaben des US-Militärs wurden dabei rund 140 militärische Einrichtungen entlang der iranischen Südküste getroffen. Neben Kampfjets und Drohnen kamen laut dem US-Regionalkommando Centcom erstmals auch schwimmende Drohnen zum Einsatz.
Der Iran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in der Golfregion. Nach Angaben Teherans wurden unter anderem Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman attackiert. Damit wächst die Sorge, dass sich der Konflikt über die ibrekten Konfrontationen zwischen Washington und Teheran hinaus ausweiten könnte.
Die Auswirkungen sind bereits an den Rohstoffmärkten zu spüren. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Öltransports führt durch die schmale Wasserstraße zwischen Iran und Oman. Eine länger andauernde Blockade könnte die Ölpreise weiter nach oben treiben.
Trump: USA sollen „Wächter der Straße“ werden
US-Präsident Trump brachte unterdessen eine weitreichende Rolle der USA bei der Sicherung der Meerenge ins Spiel. In einem Interview mit Fox News erklärte er, Washington könnte künftig die Kontrolle über die wichtige Wasserstraße übernehmen.
„Wir werden die Meerenge behalten und sie wahrscheinlich betreiben. Wir werden der Wächter der Meerenge werden. Vielleicht nennen wir es den Schutzengel der Meerenge. Und dafür sollten wir entschädigt werden“, sagte Trump. Die USA müssten für den Schutz der Route zudem bezahlt werden. „Wir werden sie bewachen. Wir werden dafür bezahlt werden, sie zu bewachen – eine Menge Geld“, erklärte der US-Präsident.
Trump verwies darauf, dass auch andere Staaten von einer sicheren Durchfahrt profitieren würden. „Wir werden entschädigt werden, weil die anderen Nationen sehr wohlhabend sind. Sie stehen auf unserer Seite, und wir können nicht erwarten, dass wir das umsonst tun“, sagte Trump.
Die neuen Angriffe der USA lassen den Ölpreis weiter nach oben schnellen. Brent notiert am Nachmittag 2,42 Dollar fester bei 78,41 Dollar und nährt sich damit wieder der 80-Dollar-Marke an. Während der Dow Jones zum Handelsstart leicht gewinnt, geht es für den Nasdaq 100 und den S&P 500 etwas abwärts.
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FAQs
Warum ist die Straße von Hormus das „Nadelöhr der Weltwirtschaft“?
Die Straße von Hormus ist die wohl kritischste maritime Engstelle für die globale Energieversorgung. Täglich passieren hier rund 20 bis 25 Millionen Barrel Öl sowie enorme Mengen an Flüssigerdgas (LNG) – das entspricht etwa einem Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs. Sollte die Passage durch geopolitische Spannungen oder militärische Blockaden auch nur kurzzeitig geschlossen werden, droht ein massiver Angebotsschock. Die Folge wäre eine sofortige Explosion der Ölpreise, die sich unmittelbar auf die Inflationsraten und damit auf die Zinspolitik der Notenbanken auswirken würde. Für Anleger bedeutet das: Volatilität pur bei Energiewerten und Airlines.
Welche Sektoren sind bei einer Eskalation am stärksten betroffen?
Der Markt reagiert bei Problemen am Golf sofort und extrem differenziert. Die direkten Profiteure sind Öl- und Gasproduzenten, deren Margen bei steigenden Rohstoffpreisen sprudeln. Ebenfalls hochinteressant sind Tanker-Aktien, da bei Krisen die Frachtraten aufgrund steigender Versicherungsprämien und längerer Transportwege explodieren können. Auf der Verliererseite stehen hingegen Fluggesellschaften, Logistiker und energieintensive Branchen wie die Chemie- oder Stahlindustrie. Diese Unternehmen leiden unmittelbar unter den explodierenden Kerosin- und Energiekosten, was den Gewinn je Aktie massiv unter Druck setzt. Hier ist bei einer Zuspitzung der Lage äußerste Vorsicht geboten.Wie lang ist die Straße von Hormus eigentlich und warum spielt die Geografie eine Rolle?
Wie breit ist die Straße von Hormus eigentlich?
Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle lediglich 34 Kilometer breit. Diese geringe Distanz ist für Anleger der entscheidende Faktor: Die Fahrrinnen für die riesigen Öltanker sind auf nur wenige Kilometer Breite begrenzt, was die Passage extrem anfällig für Störfaktoren macht. Da sich der Schifffahrtsweg zudem in den Hoheitsgewässern des Irans und Omans befindet, ist die rechtliche und militärische Kontrolle der Engstelle das ultimative Druckmittel. Je enger die Passage, desto leichter lässt sich der globale Energiefluss theoretisch „zudrehen“ – ein geografisches Detail mit enormer Hebelwirkung auf die globalen Rohstoffmärkte.
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