++ Krypto-Zock 2.0 ++
Foto: Shutterstock
16.07.2019 Lars Friedrich

Steinhoff warnt vor neuen Problemen

-%
Steinhoff

Nach dem Bilanzskandal ist Steinhoff weiter mit den Aufräumarbeiten beschäftigt und kommt dabei nach eigenen Angaben gut voran. Ein Blick in den aktuellen Bericht zu den Halbjahreszahlen zeigt aber, dass der Weg zur Rettung nicht nur lang, sondern auch mit hohen Risiken gepflastert ist. Die stören bereits jetzt die Unternehmensentwicklung.

Regelmäßig hat der AKTIONÄR auf die rechtlichen Auseinandersetzungen mit geprellten Investoren, Gläubigern und Ex-Führungskräften hingewiesen. Dazu kommt laut Steinhoff das Risiko von Steuernachforderungen aufgrund der gefälschten Bilanzen.

Rette sich, wer kann

Die Marke Steinhoff habe einen „signifikanten Reputationsschaden“ erlitten, heißt es außerdem in dem Bericht. Das Unternehmen habe Probleme, Talente oder erfahrenes Personal zu verpflichten. Zudem bestehe ein „hohes Risiko“, wichtige Arbeitskräfte zu verlieren. Unterdessen müsse man (zu) viel Geld für externe Kräfte zahlen („The reliance on external consultants for day-to-day operational requirements is costly and not sustainable“).

Mit anderen Worten: Wer will schon bei Steinhoff arbeiten, wenn er woanders einen vernünftigen Job bekommen kann?

Auch die weltweite Wirtschaftslage könnte die Probleme verschärfen. Wer in Steinhoff investiert ist, muss hoffen, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr besser läuft als erwartet. Schließlich wollen die Ansprüche der Gläubiger befriedigt werden.

Die Vorlage des Halbjahresberichts hatte einmal mehr einen kurzfristigen Kursanstieg ausgelöst, der sofort wieder abverkauft wurde.

Steinhoff (WKN: A14XB9)

DER AKTIONÄR meint: Die Probleme bei Steinhoff sind kaum überschaubar. Schlechter laufende Geschäfte, Gerichtsentscheidungen oder ungeduldige Gläubiger könnten dem Unternehmen schnell das Genick brechen. Anleger sollten die Aktie weiter meiden.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Steinhoff - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.

Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7

Jetzt sichern