Mehr Insights, mehr Chancen – mit DER AKTIONÄR Plus
Foto: Shutterstock
30.04.2021 Lars Friedrich

Steinhoff: Milliarden-IPO und störrische Kläger

-%
Steinhoff

Die nächste Hauptversammlung, die alten Probleme: Noch immer hat Steinhoff keinen endgültigen Vergleich mit den Klägern erreicht. Der Kurs der Aktie des von einem Bilanzbetrug schwer erschütterten Möbelkonzerns hält sich unterdessen seit Ende Januar immerhin wieder im zweistelligen Euro-Cent-Bereich.

Während von der heutigen Hauptversammlung kaum Impulse ausgehen dürften, hat Steinhoff diese Woche angekündigt, dass der Börsengang seiner Discountkette Pepco in den nächsten Wochen erfolgen soll. Steinhoff will rund 15 Prozent seiner Anteile in Warschau platzieren. Insgesamt werde eine Bewertung von 5 Milliarden Euro angestrebt, berichtet Reuters.

Steinhoff (WKN: A14XB9)

Steinhoff selbst wird derzeit mit rund 500 Millionen Euro bewertet, ächzt unter Schulden und befindet sich noch immer in internationalen Vergleichsverhandlungen. Einige Parteien torpedieren den laufenden Einigungsversuch mit weiteren Klagen.

Glücksritter mögen darauf verweisen, dass der Steinhoff-Kurs in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 100 Prozent zugelegt hat. Trotzdem bleibt Steinhoff eine Hochrisiko-Aktie in Zockerhänden. Ein Investment ergibt unter den gegebenen Umständen für seriöse Anleger schlichtweg keinen Sinn. Es gibt genug Alternativen. Zum Vergleich: Wer vor zwei Jahren Aktien vom Big-Tech-Riesen Apple gekauft hat, sitzt auf einem noch höheren Gewinn – und hat das deutlich nervenschonender erreicht.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Steinhoff - €

Buchtipp: Stock-Picking mit Nebenwerten

Jeder Anleger kennt die Werte aus den großen Indizes. Außerhalb von DAX, MDAX und TecDAX nimmt die Coverage jedoch drastisch ab. Schon im SDAX werden nicht alle Titel regel­mäßig analysiert und wenn, dann nur von wenigen Experten. In ihrem zeitlosen, nun unverändert neu aufgelegten Klassiker „Stock-Picking mit Nebenwerten“ zeigt die im September 2020 verstorbene Börsenexpertin Beate Sander, wie Anleger erfolgreich auf die Suche nach interessanten Nebenwerten gehen können. Die Small-Cap-Indizes einfach durch Zertifikate nachzubilden dürfte angesichts der vergangenen Kurssteiger­ungen nicht mehr lohnend sein. Die gezielte Auswahl aussichtsreicher und unterbewerteter Papiere wird aber lukrativ bleiben. Dafür liefert Beate Sander gewohnt eloquent und kompetent das nötige Rüstzeug.
Stock-Picking mit Nebenwerten

Autoren: Sander, Beate
Seitenanzahl: 304
Erscheinungstermin: 15.07.2021
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-785-8