Elon Musk macht beim Ausbau seines Mobilfunkgeschäfts offenbar ernst. SpaceX verhandelt einem Bericht der Washington Post zufolge mit EchoStar über eine mögliche Übernahme von Boost Mobile oder eine Vereinbarung zur Nutzung dessen Mobilfunknetzes. Die EchoStar-Aktie reagiert vorbörslich mit deutlichen Kursgewinnen auf die Nachricht.
Darum will SpaceX Boost Mobile kaufen
Für Musk wäre der Schritt eine Abkürzung in den rund 235 Milliarden Dollar schweren US-Mobilfunkmarkt. Boost Mobile verfügt bereits über eine bestehende Kundenbasis und ein etabliertes Mobilfunkgeschäft. Bislang nutzt der Anbieter dafür Netzkapazitäten von AT&T und T-Mobile. SpaceX könnte damit seine Starlink-Satelliten mit klassischer Mobilfunkinfrastruktur kombinieren, ohne zunächst ein eigenes flächendeckendes Bodennetz aufbauen zu müssen.
Genau darin liegt der strategische Reiz. Satellitenverbindungen können vor allem in abgelegenen Regionen Funklöcher schließen. In dicht besiedelten Städten bleiben herkömmliche Mobilfunknetze jedoch unverzichtbar. Eine Kombination beider Technologien könnte SpaceX einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und den Weg zu einem eigenen Mobilfunkangebot ebnen.
Rivalen lehnen Vorschläge ab
Zuvor hatte Musk bereits bei Verizon, AT&T und T-Mobile um Zugang zu deren Netzen geworben. Alle drei Anbieter lehnten seine Vorschläge jedoch ab. Im vergangenen Monat traf er sich daraufhin mit EchoStar-Chairman Charlie Ergen, um mögliche Kooperationen auszuloten. Zudem hat SpaceX kürzlich eine Vereinbarung über den Erwerb zusätzlicher Mobilfunkfrequenzen im Wert von rund acht Milliarden Dollar getroffen.
Allerdings gibt es noch offene Fragen: Die bestehenden Netzzugangsvereinbarungen von Boost Mobile würden bei einer Übernahme nicht zwangsläufig automatisch auf SpaceX übergehen. AT&T und T-Mobile müssten einer weiteren Nutzung ihrer Infrastruktur möglicherweise erst zustimmen.
An der Börse sorgen die Gerüchte zum Wochenstart für deutliche Kursbewegungen: Während EchoStar im vorbörslichen US-Handel um fünf Prozent anzieht, geht es für SpaceX um rund drei Prozent aufwärts. Der SpaceX-Rivale Deutsche Telekom wird dagegen prompt ans DAX-Ende durchgereicht.
Der Einstieg in den Mobilfunkmarkt würde SpaceX ein lukratives und planbares Zusatzgeschäft bescheren. DER AKTIONÄR rät bei SpaceX unverändert zum Kauf. Die Aktie ist zudem Teil des AKTIONÄR-Depots. Welche Werte in diesem noch enthalten sind, erfahren Sie hier. Die Deutsche Telekom und EchoStar stehen dagegen nicht auf der Empfehlungsliste.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
SpaceX-Aktien befinden sich in einem Realdepot der Börsenmedien AG.
Heute, 11:37
Bei Google bevorzugen