19.05.2014 Stefan Limmer

Sky Deutschland: Platzt die Übernahme?

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Constantin Media hat am Montag überraschend bekannt gegeben, dass die Tochterfirma Plazamedia nun doch nicht an Sky Deutschland verkauft werden soll. Der deutsche Pay-TV-Sender will auch nach der Absage weiter an den Übernahmeplänen festhalten.

"Nach langen Verhandlungen mussten wir leider zum Ergebnis gelangen, dass der Abschluss eines neuen Produktionsrahmenvertrages zu wirtschaftlich für beide Seiten akzeptablen Bedingungen nicht möglich ist", erklärte Constantin-Chef Bernhard Burgener. Der Abschluss des Rahmenvertrags sei Voraussetzung für das Zustandekommen des Deals gewesen.

Sky hält an Übernahme fest

Sky Deutschland will die Übernahmepläne dagegen nicht aufgeben."Sky hält diese Kündigung für unwirksam und beabsichtigt weiterhin, die Transaktion auf Grundlage der im Dezember 2013 vereinbarten Bedingungen zum Abschluss zu bringen", so Sky Deutschland in einer Pressemitteilung. Die Vereinbarung sah vor, dass der Bezahlsender Plazamedia komplett übernimmt. Zusätzlich wollte Sky jeweils gut ein Viertel der Anteile am TV-Sender Sport1 und an der Constantin Sport Marketing GmbH übernehmen.

Partnersuche beendet?

Für den Bezahlsender hätte die Transaktion vor allem strategischen Wert. "Der Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an Sport1/Constantin Sport Marketing stellt eine Investition in einen dann wichtigen Geschäftspartner von Plazamedia dar", hatte das Unternehmen im Dezember erklärt. Auf der anderen Seite hätte Constantin nach langer Suche einen Partner für die Sportsparte gefunden.

Dabeibleiben

Sky Deutschland steht währenddessen selbst vor der Übernahme. Medienmogul Rupert Murdoch will seine Pay-TV-Geschäfte in Europa neue ordnen. Neben Sky Deutschland soll daher auch Sky Italia von BSkyB aufgekauft werden. Der britische Konzern muss bei einem Kauf von Sky Deutschland mindestens den gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate bezahlen. Dieser liegt nach dem Kursrückgang der vergangenen Wochen bei 6,73 Euro. Investierte Anleger bleiben weiter dabei und warten auf neue Details.

(mit Material von dpa-AFX)