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02.02.2016 DER AKTIONÄR

Siemens greift nach Gamesa – was passiert mit Nordex?

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Der spanische Windkraftanlagenbauer Gamesa hat Gespräche mit dem deutschen Industriekonzern Siemens über eine Fusion des Windkraftgeschäfts bestätigt. Gamesa hat derzeit einen Börsenwert von rund 4 Milliarden Euro. Das Unternehmen rechnete zuletzt für das abgelaufene Jahr mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und einer operativen Marge (Ebit) von mindestens 8 Prozent. Siemens hat in seiner Sparte mit Erneuerbaren im Geschäftsjahr 2014/15 (Ende September) zuletzt knapp 5,7 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Dabei erreichte Siemens die operative Zielmarge (Ebita) von 5 bis 8 Prozent in dem Geschäft wie auch im ersten Geschäftsquartal des laufenden Jahres nicht. Das schürt natürlich einmal mehr die Übernahmefantasie für Nordex.

Übernahmeziel?

Hinzu kommt: Das Management des Windanlagenbauers hat in den letzten Jahren einen hervorragenden Job gemacht. Nordex ist mit 2,4 Milliarden Euro an der Börse bewertet, wird 2016 rund 4,2 Milliarden Euro umsetzen.„Nordex-Wettbewerber wie Vestas oder Enercon zeigen aber auch, dass man gut auf eigenen Beinen stehen kann. Die Kombination aus überschaubarer Größe, guten Gewinnen und zukunftsträchtiger Branche macht Nordex attraktiv, vielleicht für einen Investor aus China, wohin Nordex gute Beziehungen hat, jedenfalls auch für Technologiekonzerne und genauso für reine Finanz-Investoren“, sagt Jörg Weber von Ecoreporter.de gegenüber DER AKTIONÄR.

40 Euro plus X

DER AKTIONÄR geht derzeit nicht davon aus, dass Nordex von einem Konkurrenten übernommen wird. Zugegeben, für einen Konzern aus Asien, der sich ein Standbein in Europa aufbauen möchte, wäre Nordex sicherlich ein interessantes Ziel. Allein schon die Fantasie treibt die Aktie weiter nach oben. Anleger sollten von diesem Trend auch weiterhin profitieren. In einem insgesamt freundlichen Marktumfeld hat die Aktie im Jahr 2016 durchaus das Potenzial bis 40 Euro plus X.

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