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16.07.2020 Maximilian Völkl

Siemens: Die Folgen der Corona-Krise

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Siemens

Aufgrund der Corona-Pandemie musste sich Siemens in den vergangenen Monaten wie viele andere Konzerne auch auf neue Umstände einstellen. Zumindest das Thema Homeoffice wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Der Konzern hat gute Erfahrungen gemacht und will deshalb auch künftig auf die Arbeit von Zuhause aus setzen.

Ein Vorstandsbeschluss soll es im Konzern zum weltweiten Standard machen, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter künftig an zwei bis drei Tagen pro Woche nicht mehr ins Büro oder ins Werk müssen, wie Siemens am Donnerstag mitteilte. „Wir haben gesehen, wie produktiv und effektiv das mobile Arbeiten sein kann. Da haben sich einige Vorurteile in Luft aufgelöst“, sagt Jochen Wallisch, ein führender Manager im globalen Personalbereich von Siemens.

Einen harten Anspruch auf das Homeoffice gibt es allerdings nicht. Sowohl der Mitarbeiter als auch sein Vorgesetzter müssen zustimmen. Das Management will den Kulturwandel aber unterstützen. So betont der designierte Siemens-Chef Roland Busch, die Basis des Modells sei „eine Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur. Damit verbunden ist auch ein anderer Führungsstil, der sich an Ergebnissen orientiert, nicht an der Präsenz im Büro.“

Hohe Nachfrage erwartet

Wallisch erwartet reges Interesse: „Wir gehen davon aus, dass das Angebot auf breite Akzeptanz und Nutzung treffen wird“, sagt er. „Ein Großteil der Beschäftigten begrüßt grundsätzlich zwei bis drei Tage mobiles Arbeiten pro Woche - und zwar über alle Länder hinweg.“ Weltweit sollen 140.000 Mitarbeiter von dem Beschluss profitieren, davon rund 45.000 in Deutschland. Insgesamt hat der neue Siemens Konzern – ohne das abgespaltene Siemens Energy gerechnet – rund 240.000 Mitarbeiter.

Siemens (WKN: 723610)

Siemens setzt Vertrauen in die Arbeitnehmer. Das könnte sich mittelfristig auch finanziell auszahlen, wenn beispielsweise weniger Büroflächen benötigt werden. Klar ist aber: An der Börse spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle. Die Abspaltung von Siemens Energy und der Fokus auf die Digitalisierung sollten hier für steigende Kurse sorgen.

Mit Material von dpa-AFX