Der DAX ist am Dienstag mit einem deutlichen Plus von 1,50 Prozent bei 24.995,81 Punkten aus dem Handel gegangen. Maßgeblich verantwortlich für das satte Plus waren Siemens und Siemens Energy, welche zu den Top-Gewinner gehörten. Aber auch Aktien aus der Halbleiterbranchen waren einmal mehr gefragt.
„Die Aufwärtsbewegung an den Börsen ist nach wie vor ungebrochen", konstatierte Marktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. Insbesondere an den US-Märkten griffen bei den Technologiewerten erneut Schnäppchenjäger zu. Nachdem der Juni dem DAX allerdings ein Minus von 0,4 Prozent beschert hat, dürfen Anleger statistisch gesehen auf einen freundlicheren Juli setzen – laut Molnar gehört der Sommermonat historisch zu den ertragreicheren Börsenmonaten.
Ein Risikofaktor bleibt indes die Situation im Nahen Osten. Nach erneuten militärischen Zuspitzungen in der Straße von Hormus sind vorerst keine weiteren Gespräche mit dem Iran angesetzt.
Getragen von den weltweit anziehenden Kursen im Technologiesektor standen Aktien mit KI-Fantasie wieder hoch im Kurs. Im DAX ging es für die Papiere des Chipkonzerns Infineon um 4,4 Prozent nach oben. Hochtief gewann indes mehr als zwei Prozent – der Baukonzern gilt als einer der Nutznießer des Baus von Rechenzentren.
An der DAX-Spitze kletterten die Titel des Energietechnikkonzerns Siemens Energy um 5,6 Prozent. Rückenwind lieferten positive Aussagen zum jüngsten Geschäftsverlauf, die am Vorabend – vor der für Anfang August erwarteten Quartalsbilanz – veröffentlicht wurden. Citigroup-Analyst Vivek Midha sprach von Erleichterung angesichts der zuletzt aufgekommenen Sorgen um die Nachfrage.
Schwächer präsentierte sich die Adidas-Aktie mit einem Minus von 0,8 Prozent, nachdem die deutsche Nationalmannschaft frühzeitig bei der WM ausgeschieden war. Das Fußballturnier und die damit einhergehende Nachfrage nach dem Trikot der deutschen Auswahl hatten den Aktienkurs zuvor noch deutlich angetrieben.
Das Schlusslicht im DAX bildeten die Aktien der Deutschen Telekom, die ihre Abwärtsbewegung mit einem Minus von 3,9 Prozent fortsetzten. Bereits zuvor hatten sie auf dem niedrigsten Niveau seit August 2024 notiert. UBS-Experte Polo Tang führte hierfür zwei Gründe an – obwohl das operative Geschäft eigentlich solide laufe: die Furcht vor Konkurrenz durch Satellitenanbieter im US-Markt sowie die Skepsis der Anleger hinsichtlich einer Fusion mit T-Mobile US.
Unter den Nebenwerten im SDAX stach der Kurs von SMA Solar mit einem Sprung um 11 Prozent positiv hervor. Als Auslöser galt ein Medienbericht, demzufolge in den USA ein Importverbot vorrangig für chinesische Wechselrichter vorbereitet werde. Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies geht davon aus, dass westliche Hersteller davon erheblich profitieren dürften.
Heute, 18:10