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01.03.2021 Emil Jusifov

Facebook: Jetzt ist es amtlich

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Facebook

Facebook hat sich mit einem US-Bundesgericht geeinigt, im Rahmen eines Vergleichs 650 Millionen Dollar wegen unerlaubter Gesichtserkennung an knapp 1,6 Millionen Nutzer im Bundesstaat Illinois zu zahlen.

Der Hintergrund ist eine seit fünf Jahren laufende Sammelklage wegen des unerlaubten Sammelns biometrischer Daten der Nutzer. Laut dem Nachrichtenportal Heise.de hatte Facebook den Nutzern beim Speichern von Bildern angeboten, Freunde zu erkennen und zu markieren. Dafür wurde nicht nur das hochgeladene Foto gescannt, sondern auch andere Fotos und Profile durchsucht, um diese auf dem neuen Foto zu identifizieren. Das war ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz der USA.

Facebook verpflichtet sich nun knapp 350 Dollar pro betroffener Nutzer - insgesamt 650 Millionen Dollar - zu zahlen.

"Wir freuen uns, eine Einigung erzielt zu haben, damit wir diese Angelegenheit überwinden können. Dies ist im besten Interesse unserer Gemeinschaft und unserer Aktionäre. " sagte ein Facebook-Sprecher in einer Erklärung.

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Die Zahlung von 650 Millionen Dollar ist schon längst eingepreist und sollte den Kurs der Facebook-Aktie nicht weiter belasten. Zudem ist die Einigung gut für die Image-Pflege des Social-Media-Giganten. Facebook geht auf seine Nutzer zu und leistet eine Vergleichszahlung. Dabeiblieben!

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Autor Emil Jusifov hält un­mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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