++ Bitcoin-Boom 2.0: Jetzt einsteigen! ++
23.02.2017 Maximilian Völkl

RWE und E.on: Nächste Runde im Milliarden-Streit

-%
DAX

Nach dem Ausfall der Dividende bei RWE stehen Versorgeraktien am Donnerstag erneut im Fokus. Es geht wieder einmal um den Atomausstieg. Nach wie vor diskutieren die deutschen Energiekonzerne mit der Bundesregierung über die Brennelementesteuer. Eine Einigung ist weiterhin nicht in Sicht.

Laut Handelsblatt gibt es noch immer unüberbrückbare Differenzen zwischen dem Bund und den Unternehmen geben. Das Problem: RWEE.on und Co. wollen ihre Klage gegen die Brennelementesteuer nicht fallen lassen. In den Augen der Regierung gehört dies aber zum Deal.

Im Dezember hatten sich die Parteien geeinigt, dass der Bund die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls übernimmt. Die Versorger zahlen dafür als Entschädigung 17,4 Milliarden Euro in einen öffentlichen Fonds. Hinzu kommt ein Aufschlag von 6,17 Milliarden Euro, mit dem sich die Konzerne von künftigen Risiken freikaufen. Laut Bund sollten zudem alle Klagen im Rahmen der Kernenergie fallen gelassen werden. Während andere Rechtsstreitigkeiten wie Schadensersatzklagen tatsächlich beendet werden sollen, bleiben die Konzern bei der sechs Milliarden Euro schweren Brennelementesteuer stur.

Finger weg

Es bleibt spannend, wie sich das Thema Kernenergie entwickelt. Auch ohne eine Einigung in Bezug auf die Klagen könnte es zu einem Deal kommen. Der Streitfall Atomkraftwerke würde dann aber weiter schwelen – mit Risiken für beide Seiten. Anleger sollten bei RWE weiter an der Seitenlinie bleiben. Die Übernahmefantasie bei E.on und das nachhaltige Geschäftsmodell von Innogy bieten in der Branche bessere Alternativen.

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0