15.04.2020 Thorsten Küfner

Royal Dutch Shell nach erneutem Ölpreiseinbruch: Das ist jetzt zu tun

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Royal Dutch Shell

Im gestrigen Handel sind die Ölpreise massiv eingebrochen und haben neue Mehrjahrestiefs markiert. Grund hierfür war vor allem der äußerst trübe Ausblick des IWF (mehr dazu lesen Sie hier). Für Öl- und Gasproduzenten wie etwa Royal Dutch Shell ist dies natürlich ein schwerer Schlag. Sollten Anleger jetzt aussteigen oder gerade jetzt zugreifen? 

Die Gemengelage für Shell bleibt sehr schwierig. Zum einen belasten die trotz der Anstrengungen der OPEC+-Staaten niedrigen Ölpreise massiv die Erträge im Fördergeschäft. 

Zum anderen läuft es anders als etwa in der Phase des letzten Ölpreisrutsches von 2014 bis Anfang 2016 (die Preise für WTI, Brent & Co stürzten damals von über 100 auf kurzzeitig unter 30 Dollar) auch im Downstream-Geschäft nicht rund. So leidet die Raffineriesparte bereits seit einigen Quartalen unter Überkapazitäten in einigen Märkten. Derweil dürfte die Tankstellensparte die Auswirkungen des Shutdowns in vielen Ländern zu spüren bekommen. 

Operatives Geschäft gibt es praktisch geschenkt

Auf der anderen Seite lockt natürlich die Chance, derzeit bei dem – zumindest in den letzten Jahren - profitabelsten Unternehmen Europas sehr günstig einsteigen zu können. Der Börsenwert des Konzerns liegt aktuell wieder deutlich unter dem ausgewiesenen Eigenkapital. Das operative Geschäft, welches in den vergangenen Jahren Nettogewinne von 20 Milliarden Dollar generierte, gäbe es aktuell praktisch geschenkt. 

Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M)

Es sind natürlich schwere Zeiten für Energieriesen wie Royal Dutch Shell. Daher sind die Dividendentitel derzeit auch ausnahmslos für mutige Anleger mit einem langen Atem geeignet. Diese sollten jetzt nicht in Panik verfallen, sondern Ruhe bewahren und den Stoppkurs bei 11,80 Euro beachten. Ein Neueinstieg drängt sich angesichts der nun wieder sehr schwachen Verfassung der Ölpreise vorerst noch nicht auf. 

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Shell.