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15.11.2021 Thorsten Küfner

Royal Dutch Shell: Historische Entscheidung

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Royal Dutch Shell

Der niederländisch-britische Energiekonzern Shell will seinen steuerlichen Hauptsitz in den Niederlanden aufgeben und nach London verlegen. Dieser Vorschlag soll der Aktionärsversammlung im Dezember zur Entscheidung vorgelegt werden, wie Shell am Montag in Den Haag mitteilte. Die etwa zehnköpfige Konzernleitung soll dann nach London umziehen.

Für die rund 8.500 Shell-Arbeitnehmer in den Niederlanden soll der Schritt keine Folgen haben. Der Konzern muss aber das Prädikat "Royal Dutch" in seinem Namen aufgeben.

Der Umzug wird im Zusammenhang mit der Entscheidung der Regierung gesehen, die Dividendensteuer nicht abzuschaffen. In Großbritannien gibt es diese Steuer nicht. Konzern-Chef Ben van Beurden hatte diesen Zusammenhang in einem Interview suggeriert. Shell begründete jetzt die Umzugsentscheidung damit, dass mit einfacheren Strukturen schneller und flexibler operiert werden könne.

Keinen Einfluss auf den Klimaschutz

Die geschäftsführende Regierung in Den Haag sprach von einer "unangenehmen Überraschung". "Wir sind im Gespräch mit der Führung von Shell über die Folgen des Planes für Arbeitsplätze, wichtige Investitionen und Nachhaltigkeit", sagte Wirtschaftsminister Stef Blok dem niederländischen Radio.

Der geplante Umzug soll keinen Einfluss auf die gerichtlich auferlegten Klimaschutz-Maßnahmen des Konzerns haben. Ein Gericht hatte im Frühjahr in Den Haag Shell dazu verurteilt, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 45 Prozent zu senken. Shell hatte Berufung eingelegt.

Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M)

Am Markt kommt die Ankündigung gut an. Die Shell-Papiere verteuerten sich nach der Meldung um knapp zwei Prozent. Was zukünftig mit den beiden Aktien geschieht - niederländische A-Aktien und britische B-Aktien -, ist aktuell noch nicht bekannt. DER AKTIONÄR wird darüber berichten, sobald es diesbezüglich Neuerungen gibt. Die günstig bewerteten Anteile bleiben weiterhin attraktiv (Stopp: 15,70 Euro). 

Mit Material von dpa-AFX

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