Rheinmetall baut sein Geschäft mit militärischer Infrastruktur weiter aus. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern hat von der Bundeswehr einen ersten Abruf über den Aufbau eines modularen Camps in Litauen erhalten. Der Auftrag bringt zunächst 250 Millionen Euro. Beim anschließenden Betrieb winken pro Jahr weitere Millionenbeträge.
- Rheinmetall hat einen Auftrag als Generalunternehmer für die Errichtung eins modularen Camps für bis zu 2.000 Soldaten in Litauen erhalten.
- Der Auftragsgegenwert beläuft sich auf 250 Millionen Euro. Durch den anschließenden Betrieb könnten jährlich weitere 40 Millionen Euro fließen.
- Die Rheinmetall-Aktie bleibt ein Kauf.
Im Rahmen des German Armed Forces Contractor Augmentation Program II – Stationäre Unterbringung (G-CAP II SU) errichtet Rheinmetall als Generalunternehmer eine modulare Liegenschaft in Litauen. Dort sollen künftig bis zu 2.000 Soldaten untergebracht werden.
Die Inbetriebnahme ist ab Mitte August 2027 vorgesehen. Danach übernimmt Rheinmetall unter anderem das Facility Management und die Verpflegung. Auch eine Wäscherei gehört zum Leistungsumfang. Der Auftrag wurde im dritten Quartal 2026 verbucht. Der Wert für Aufbau und Errichtung liegt bei 250 Millionen Euro. Für den anschließenden teilautarken Betrieb sind 40 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen.
Bundeswehr setzt auf externe Infrastruktur
Hinter dem Auftrag steht G-CAP II SU. Das Programm soll der Bundeswehr ermöglichen, stationäre Unterbringung im Einsatz schnell und unabhängig von den Bedingungen vor Ort bereitzustellen.
Das Konzept umfasst die komplette Wertschöpfungskette: Herstellung, Transport, Aufbau, Betrieb und später auch den Rückbau der modularen Infrastruktur. Durch standardisierte Abläufe und bereits vertraglich gebundene Leistungen soll die Bundeswehr schneller reagieren können.
Gerade mit Blick auf die Landes- und Bündnisverteidigung gewinnt das Thema an Bedeutung. Gleichzeitig können eigene Kapazitäten der Bundeswehr geschont und für andere Aufgaben freigehalten werden.
Rheinmetall will mehr als nur Waffen liefern
Für Rheinmetall eröffnet sich damit ein Geschäftsfeld, das weit über klassische Rüstungsgüter hinausgeht. Der Konzern kann Camps weltweit planen, herstellen, transportieren und errichten. Je nach Bedarf erfolgt der Transport auf dem See-, Land- oder Luftweg.
Anschließend kann Rheinmetall auch den mehrjährigen Betrieb übernehmen. Am Ende steht der Rückbau der Anlagen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Rheinmetall Mobile Systeme GmbH. Das Unternehmen entwickelt und produziert sogenannte Shelter-Lösungen für militärische und sicherheitsrelevante Anwendungen.
Zum Portfolio gehören unter anderem mobile Feldküchen, Dekontaminationssysteme sowie Werkstatt- und Instandsetzungseinrichtungen. Auch für militärische Kommunikation und Führung bietet Rheinmetall entsprechende Lösungen an. Dazu zählen Systeme für Kommunikation, Führung, Radar und Bodenkontrollstationen. Spezielle HF-Schirmungen sollen dabei zusätzlichen Schutz bieten.
Der Auftragsgegenwert entspricht nur rund 2,5 Prozent des 2025er-Jahresumsatzes von rund zehn Milliarden Euro. Trotzdem ist er für Rheinmetall wichtig, da das Unternehmen sich dadurch mittelfristig noch breiter aufstellen könnte. DER AKTIONÄR setzt weiterhin auf eine Erholung des Aktienkurses und rät unverändert zum Kauf.
Heute, 11:19
Bei Google bevorzugen