Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
24.03.2020 Andreas Deutsch

ProSiebenSat.1: Plötzlich über 20

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ProSiebenSat.1 Media
Trendthema

Der italienische Medienkonzern Mediaset hat seine Beteiligung an ProSiebenSat.1 aufgestockt. Die spanische Tochter Mediaset Espana hat 4,25 Prozent der Aktien erworben, damit steigt der Anteil an den Münchenern insgesamt auf 20,1 Prozent, teilte Mediaset am Montag mit. ProSiebenSat.1 gibt es zum Schnäppchenpreis.

Überraschend kommt der Schritt nicht. Das von Silvio Berlusconi kontrollierte Unternehmen hatte im November schon betont, auf 20 Prozent aufstocken zu können. Trotzdem wird es nun spannend. Die Frage ist nämlich, wie der tschechische Milliardär Daniel Kretínský reagiert. Kretínskýs Czech Media Invest hatte erst vor wenigen Tagen den Anteil an ProSiebenSat.1 auf über zehn Prozent aufgestockt.

Offensichtlich ist, dass beide Investoren eine einflussreiche Beteiligung wollen. Wie das Manager Magazin berichtete, planen Kretínský und Mediaset auf der Jahreshauptversammlung (für den 10. Juni geplant) eine Revolution. Aufsichtsratschef Werner Brandt soll abgewählt werden, was einem großen Ziele diene: die Abwahl des umstrittenen CEO Max Conze.

Seit Conzes Amtsantritt im Juni 2018 haben bereits zahlreiche Mitglieder des Top-Managements den Medienkonzern verlassen. Zuletzt hatte Vize-Chef Conrad Albert überraschend seinen Weggang zum 30. April verkündet.

ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777)

Nach dem Crash ist ProSiebenSat.1 an der Börse nur noch 1,4 Milliarden Euro wert. Die Analysten der Citi bezifferten in einer Studie von vor sechs Wochen den Wert der einzelnen Sparten auf zusammen drei Milliarden Euro. Kretínský und Mediaset könnten in Sachen Aufspaltung Druck machen. Möglich ist zum Beispiel, wenn sich die Börsen wieder stabilisiert haben, ein IPO von Nucom. Die Online-Sparte wächst stark und hat etliche Perlen im Portfolio (Jochen Schweizer, Parship). Kaufchance für Mutige mit Stopp bei 4,90 Euro. 

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: ProSiebenSat.1 Media.