02.08.2018 Matthias J. Kapfer

ProSiebenSat.1: Nach Kursabsturz – alles halb so wild?

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ProSiebenSat.1
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Der Medienkonzern muss im zweiten Quartal einen Rückgang des Umsatzes und des Gewinns hinnehmen. Dennoch fällt dieser nicht so schlimm aus wie befürchtet. Der Blick in die Zukunft gibt Hoffnung.

Der Konzernumsatz belief sich im abgelaufenen Quartal auf 912 Millionen Euro und verlor im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwei Prozent. Das EBITDA sank ebenfalls um elf Prozent auf 230 Millionen, bereinigt um Sondereffekte waren es noch minus vier Prozent. Das Konzernergebnis lag mit 126 Millionen sogar leicht über den Analystenerwartungen.

Grund für die schleppenden Geschäfte seien laut der Unternehmensführung der Wegfall des vor einem Jahr verkauften Online-Reisebüros Etraveli, sowie Währungseffekte. Außerdem bezeichnete der Konzern das Umfeld auf dem US-Produktionsmarkt als „herausfordernd“.

Während die Kernsparte des Konzerns Entertainment im zweiten Quartal etwas Federn ließ, veränderten sich die Kennzahlen bezogen auf das erste Halbjahr kaum. Die anderen beiden Geschäftsbereiche Content Production & Global Sales sowie Commerce mussten deutliche Verluste hinnehmen. So lagen die Abweichungen im Vergleich zum Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich. Mehr Kennzahlen finden Sie hier.

Positiv auf die nächsten beiden Quartale blickt unterdessen Finanzvorstand Jan Kemper: „Aufgrund der Saisonalität unserer Geschäftsmodelle erwarten wir nun wie in den vergangenen Jahren ein stärkeres zweites Halbjahr.“ Des Weiteren bestätigte der Medienkonzern seine Prognose für das Gesamtjahr 2018. Im vierten Quartal will man zudem ein Update zur Konzernstrategie geben.

Die ProSiebenSat.1-Aktie zeigt sich nach der Veröffentlichung der Q2-Zahlen etwas freundlicher. Strukturelle Probleme im wichtigen Werbegeschäft haben die Aktie aber in den letzten Monaten immer wieder belastet. Erst Anfang Juli war der Kurs bei 21,37 Euro auf den tiefsten Stand seit über fünf Jahren gefallen.

Langfristig orientierte Anleger sollten weiterhin an der Seitenlinie bleiben. Mutige Trader können nach dem deutlichen Abverkauf der vergangenen Monate jedoch auf eine überfällige, technische Erholung spekulieren.