Tag für Tag fallen neue Rekordmarken bei den weltweit wichtigsten Leitindizes. Doch bei einer beliebten Dividendenperle geht auch im laufenden Börsenjahr nahezu nichts nach vorne. So notiert die Aktie des Getränke- und Nahrungsmittelherstellers PepsiCo noch immer auf dem gleichen Niveau wie zu Jahresbeginn.
Gegenwind für PepsiCo kommt aktuell aus einem Bereich, den der Konzern nur begrenzt beeinflussen kann: dem veränderten Essverhalten der US-Verbraucher. Die Verbreitung von GLP-1-Abnehmmedikamenten wie Ozempic oder Wegovy ist in den USA rasant gestiegen – von rund neun Prozent der Haushalte im Januar 2025 auf 21 Prozent der Haushalte im Mai 2026, also mehr als eine Verdopplung innerhalb von eineinhalb Jahren. Nutzer dieser Medikamente kaufen laut einer Analyse von PwC auf Basis von Numerator-Daten nachweislich etwas weniger süße Snacks und schränken auch salzige Knabbereien deutlich ein. Eine gemeinsame Studie von Cornell University und Numerator bezifferte den Effekt konkret: Haushalte mit mindestens einem GLP-1-Nutzer senkten ihre Lebensmittelausgaben innerhalb der ersten sechs Monate nach Beginn der Medikation um rund sechs Prozent. Besonders stark betroffen waren dabei ausgerechnet Chips und andere pikante Snacks mit einem Rückgang von 11,1 Prozent sowie Erfrischungsgetränke mit einem Minus von 6,6 Prozent – beides Kernkategorien von PepsiCo.
Daher blieb das Volumen selbst nach Preissenkungen von bis zu 15 Prozent bei wichtigen Marken wie Lay's, Doritos, Cheetos und Tostitos im nordamerikanischen Lebensmittelgeschäft im zweiten Quartal 2026 lediglich stabil, während der Umsatz in diesem Segment um zwei Prozent zurückging.
Breite Aufstellung könnte sich auszahlen
Trotz der Schwäche gibt es auch Argumente für eine Stabilisierung. PepsiCo bleibt ein Konzern mit einem breiten Markenportfolio und starker Preissetzungsmacht in einem hart umkämpften Markt – Marken wie Pepsi, Doritos und Gatorade genießen eine tiefe Kundenbindung. 22 verschiedene Produkte erzielen pro Jahr Erlöse von mehr als einer Milliarde Dollar. Es gibt weltweit kaum noch breiter aufgestellte Unternehmen als PepsiCo. International wächst das Geschäft weiterhin im mittleren einstelligen Prozentbereich und gleicht die Schwäche in Nordamerika teilweise aus. Der US-Snackmarkt insgesamt zeigt sich dem Wert nach robust: Laut dem jüngsten State-of-the-Industry-Report von SNAC International erreichten die US-Snackverkäufe 156 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4,8 Prozent – allerdings beruht der Zuwachs überwiegend auf Preis- und Mix-Effekten und weniger auf tatsächlich gestiegenen Absatzmengen.
Das Unternehmen reagiert zudem mit einer Portfolio-Anpassung auf die veränderte Nachfrage: Es investiert stärker in proteinreiche, zucker- und fettreduzierte Produkte sowie neue Angebote wie farbstofffreie Doritos- und Cheetos-Varianten, die insbesondere gesundheitsbewusste Konsumenten ansprechen sollen.
Aktuell hat es PepsiCo schwer. Doch das Unternehmen dürfte auch aus dieser kleinen Krise herauskommen. Die Chancen stehen gut, dass der Konzern, der seit 1972 (!) jedes Jahr die Dividende erhöht hat, diese stolze Serie auch fortsetzen wird. PepsiCo ist damit nicht nur ein Dividendenaristokrat (mindestens 25 Jahre, in denen die Ausschüttung angehoben wurde), sondern einer der weltweit ganz wenigen Dividendenkönige (mindestens 50 Jahre, in denen die Ausschüttung angehoben wurde). Die Dividendenrendite ist aufgrund der mauen Performance der vergangenen Monate mit aktuell 4,1 Prozent so hoch wie selten zuvor. Langfristig orientierte Dividendenjäger benötigen zwar vermutlich weiterhin Geduld, können aber weiterhin auf PepsiCo vertrauen. Der Stopp sollte bei 99,00 Euro belassen werden.
Heute, 14:03
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