In der Diskussion um die hohen Benzinpreise hat sich nun auch OMV-Chef Alfred Stern zu Wort gemeldet. Er erklärte, wie die Preise zustande kommen und wodurch sie am ehesten sinken könnten. Indes geht es mit dem Aktienkurs des Energie- und Chemiespezialisten angesichts der dreistelligen Ölpreise zuletzt weiter bergauf.
Stern rechnete indes in einem Fernsehinterview am Samstag vor, dass von den hohen Benzinpreisen keine allzu hohen Gewinne bei OMV hängen bleiben. Er rechnete vor, dass bei einem Benzinpreis in Österreich von 1,70 Euro knapp 90 Cent auf Steuern und Abgaben entfallen. Rund 55 Cent davon müsse OMV für die Kosten eines Liters Öl aufwenden. Daher bleiben dem Unternehmen am Ende pro Liter nur noch rund 25 Cent. Dieses Geld benötigt OMV, um das Rohöl "in unserem Fall nach Italien nach Triest zu bringen, über die 400 Kilometer lange Pipeline nach Schwechat zu pumpen, unsere Raffinerie in Schwechat aufrechtzuerhalten und zu betreiben und auch die Tankstellen zu betreiben und zu befüllen". Steuersenkungen sind der einzige Weg, wodurch die Benzinpreise zeitnah wieder deutlich sinken könnten. Alle anderen staatlichen Maßnahmen hätten wohl kaum einen anhaltenden Effekt. Öl bleibe vorerst teuer. Daher betonte Stern: "Irgendjemand auf dieser Welt, der nicht bereit ist, die hohen Preise zu bezahlen, die wir in Europa und in Österreich bezahlen, der wird zu Fuß gehen." Letztlich sieht er nur zwei Möglichkeiten: "Wir können entweder ein billiges Produkt haben, das dann nicht verfügbar ist, oder wir können das bezahlen, um die Versorgungssicherheit herzustellen."
DER AKTIONÄR bleibt für OMV nach wie vor positiv gestimmt. Der Energie- und Chemieriese ist sehr gut aufgestellt und verfügt über eine solide Bilanz. Die OMV-Titel bleiben für Dividendenjäger nach wie vor attraktiv. Zudem überzeugt die Aktie derzeit auch aus charttechnischer Sicht. Die günstig bewertete Aktie bleibt ein Kauf. Der Stoppkurs sollte nun auf 44,00 Euro nachgezogen werden.
Heute, 08:05