Novo Nordisk bricht plötzlich ein: Was ist da los?

Novo Nordisk bricht plötzlich ein: Was ist da los?
Foto: Christian Schultz/picture alliance/dpa
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Michel Doepke 20.09.2024, 15:05 Michel Doepke

Am letzten Tag der Handelswoche bricht die Aktie von Novo Nordisk plötzlich um gut vier Prozent ein. Studiendaten zu einer Substanz mit einem neuartigen Wirkmechanismus zur Behandlung von Adipositas vergraulen die Marktteilnehmer. Den Zugriff auf den Wirkstoff haben sich die Dänen erst im vergangenen Jahr via Übernahme gesichert.

Die Rede ist vom Prüfpräparat Monlunabant (INV-202), welches Novo Nordisk zur Entwicklungspipeline durch die Akquisition der kanadischen Inversago Pharma in die Entwicklungspipeline geholt hat. Laut dem Biopharma-Riesen ist die Phase-2a-Studie "erfolgreich abgeschlossen". Nach 16 Wochen Verabreichung in der 10-Milligramm-Dosierung verzeichneten die Studienteilnehmer einen Gewichtsverlust von 7,1 Prozent im Vergleich zu 0,7 Prozent in der Placebo-Gruppe. "Bei höheren Dosen von Monlunabant wurde ein begrenzter zusätzlicher Gewichtsverlust beobachtet", so Novo Nordisk weiter.

Vor allem das Sicherheitsprofil stößt den Marktteilnehmern sauer auf. "Leichte bis mäßige neuropsychiatrische Nebenwirkungen, vor allem Angstzustände, Reizbarkeit und Schlafstörungen, wurden bei Monlunabant im Vergleich zu Placebo häufiger und dosisabhängig berichtet", heißt es in einer Pressemitteilung.

Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, will Novo Nordisk nun im kommenden Jahr ein Phase-2b-Programm auflegen. Damit soll das Sicherheitsprofil von Monlunabant über einen längeren Zeitraum in einer weltweiten Population untersucht werden.

NOVO-NORDISK AS NAVNE-AKTIER B DK 0,1 (WKN: A3EU6F)

Die vom Markt ersehnten Monlunabant-Daten reißen die Marktteilnehmer nicht vom Hocker, vor allem im Hinblick auf die Sicherheit des Mittels und den Gewichtsverlust. Für den AKTIONÄR erscheint der Kursrutsch überzogen, zumal Novo Nordisk für die gesamte Firma Inversago Pharma "nur" bis zu 1,08 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt hat beziehungsweise legen muss. Hinzu kommt, dass Novo Nordisk weitere Pfeile im Köcher hat (wie zum Beispiel Amycretin oder CagriSema). Vor allem auf die Amylin-basierten Programme setzt DER AKTIONÄR große Stücke. Anleger mit Weitblick nutzen den jüngsten Kursrücksetzer bei der Aktie.

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