++ Dip als Kaufchance ++

Mutares: "Unser Portfolio bietet erhebliches Monetarisierungspotenzial“

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Foto: Julian Mezger/Börsenmedien
Mutares SE & Co. KGaA -%
Jochen Kauper Heute, 10:55 Jochen Kauper

Der Private-Equity-Investor Mutares hat gestern den Verkauf von NEM Energy bekannt gegeben. Käufer des von Siemens Energy Ende 2022 übernommenen Unternehmens ist Hyundai Heavy Industries Power Systems. Im Interview mit DER AKTIONÄR erläutert Chief Investment Officer (CIO) Johannes Laumann von Mutares die Hintergründe des Deals und deutet weitere Beteiligungsverkäufe für die nächsten Monate an.

Mutares-Logo und Handy mit IR-Meldung
Quelle: stock.adobe.com

DER AKTIONÄR: Herr Laumann, Mutares hat den Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems vereinbart. Wie bewerten Sie die Entwicklung dieser Beteiligung?

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Johannes Laumann, Chief Investment Officer (CIO) bei Mutares

Johannes Laumann: NEM Energy ist ein hervorragendes Beispiel für die Wertschöpfung von Mutares. Als wir das Unternehmen Ende 2022 von Siemens Energy übernommen haben, stand zunächst die erfolgreiche Verselbstständigung im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren haben wir die Organisation gestärkt, die Marktposition ausgebaut und die Profitabilität nachhaltig verbessert. Heute verfügt NEM über einen hohen Auftragsbestand, eine starke Projektpipeline und attraktive Wachstumsperspektiven. Und wie bei jedem Turnaround und bei jeder Wachstumsstory hatten wir ein sehr starkes lokales Management installiert. Dass das Unternehmen für einen strategischen Käufer interessant geworden ist, bestätigt den Erfolg unserer Transformationsarbeit.


Können Sie etwas zum bisher nicht genannten Kaufpreis sagen, die Analysten von Cantor hatten zuletzt darauf hingewiesen, dass NEM allein einen Enterprise Value von mindestens 100 Mio. Euro erreichen könnte, können Sie das bestätigen?

Wir haben Stillschweigen vereinbart und können das nicht quantitativ kommentieren. Nur vielleicht so viel, mir gefällt das Wort „mindestens“ hier sehr gut.


Das Research-Haus Cantor Fitzgerald geht davon aus, dass Mutares bis 2028 Unternehmenswerte von insgesamt 725 bis 870 Mio. Euro aus Portfoliotransaktionen realisieren könnte. Ist diese Größenordnung aus heutiger Sicht realistisch?

Wir kommentieren grundsätzlich keine externen Bewertungsmodelle. Richtig ist jedoch, dass wir aktuell eine sehr aktive Harvesting-Phase erleben. Mehrere Beteiligungen haben in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Entsprechend sehen wir weiterhin attraktive Möglichkeiten, Werte zu realisieren. Gleichzeitig bleibt unser Fokus unverändert auf einer nachhaltigen operativen Entwicklung der Unternehmen gerichtet.

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Quelle: mutares.com
Mutares in Zahlen

Neben NEM wird insbesondere EFACEC immer wieder als möglicher künftiger Exit-Kandidat genannt. Cantor sieht hier den Unternehmenswert von 300 bis 420 Mio. Euro. Was macht das Unternehmen so interessant?

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Johannes Laumann, Chief Investment Officer (CIO) bei Mutares

EFACEC profitiert von mehreren strukturellen Wachstumstrends gleichzeitig. Der Ausbau der Stromnetze, die Elektrifizierung der Wirtschaft, die zunehmende Netzstabilisierung und nicht zuletzt die enormen Investitionen rund um den weltweiten Rechenzentrumsboom sorgen für eine außergewöhnlich starke Nachfrage. Das Unternehmen verfügt über eine führende Position bei Großtransformatoren sowie über attraktive Aktivitäten in den Bereichen Systemintegration und Elektromobilität. Entsprechend sehen wir dort weiterhin erhebliches Entwicklungspotenzial. Unser Fokus liegt weiterhin darauf, die operative Exzellenz auszubauen und die vorhandenen Marktchancen bestmöglich zu nutzen. Die Fortschritte der vergangenen Quartale zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir halten hier mittelfristig EBITDA-Margen von 14 % für realistisch.


Wie stehen Sie zum von Cantor geschätzten Unternehmenswert von 300 bis 420 Mio. Euro für EFACEC?

Dazu kann ich keine konkreten Zahlen nennen, die Margenannahmen stimmen und die Analysten haben sich an aktuellen Marktwerten orientiert. Die Nachfrage auf der Käuferseite vor allem im Energiesektor ist sehr hoch, das zeigt auch der NEM-Exit. Wir haben bei Beteiligungsverkäufen grundsätzlich keinen Druck zur Eile und damit auch keine Veranlassung, unter Marktwert zu verkaufen. EFACEC ist eine unserer wertvollsten Beteiligungen.

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Quelle: mutares.com
Auszug aus dem Beteiligungsportfolio von Mutatres

Welche Exits stehen sonst noch auf dem Plan für dieses Jahr und wie sieht es kaufseitig aus? Wie läuft der bereits angekündigte Verkaufsprozess bei Magirus?

Wie bereits in der Presse bekannt wurde, läuft der Verkaufsprozess von Magirus zweigleisig, sowohl ein Börsengang als auch ein direkter Verkauf sind möglich. Des Weiteren haben wir bei Unternehmen wie Guascor, Donges, Gemini aber auch im Autosektor auf der Exitseite gute Chancen, die wir nutzen möchten. Auf der Kaufseite haben wir zuletzt mit der Transaktion von Trepel und Mafi für Schlagzeilen gesorgt, da wir einen sehr kompetitiven Prozess für uns entscheiden konnten. Das ist aus meiner Sicht ein Unternehmen mit großem Potenzial, da das Thema Infrastruktur an Flughäfen eine größere Rolle spielen wird. Zusätzlich arbeiten wir an weiteren Akquisitionen im Chemicals & Material Bereich, sowie im Bereich rund um Energie, Bau und Infrastruktur.


Mutares hat zuletzt mehrere erfolgreiche Verkäufe umgesetzt – darunter Kalzip, WIJ Special Media, inTime Group, Relobus, Conexus, Peugeot Motorcycles sowie den vollständigen Exit bei Terranor und nun NEM – dennoch notiert die Aktie seit Jahresanfang im Minus. Was übersieht der Markt?

Einerseits wird sicherlich das weitere Wachstumspotenzial kaum berücksichtigt. Wir bauen die die Präsenz in den USA massiv aus. Dort sehen wir eine Vielzahl attraktiver Carve-out-Möglichkeiten in Branchen, die hervorragend zu unserem Geschäftsmodell passen. Wir planen dort bis 2028 bei ca. 5 Mrd. Euro Umsatz, bei circa zehn bis 15 Beteiligungen und 50 Mitarbeitern zu stehen. Die USA gehören für uns zu den strategisch wichtigsten Wachstumsmärkten. Die USA werden daher sowohl auf der Akquisitionsseite als auch perspektivisch auf der Exit-Seite eine immer wichtigere Rolle spielen. Zudem wird unsere Harvesting-Pipeline meiner Meinung nach massiv unterschätzt. Ich bin zuversichtlich, dass der Markt unser Potenzial eher früher als später erkennt.


Nach so einem Exit wie bei der NEM und einer bestimmt intensiven Zeit bleibt angesichts der vollen Pipeline wenig Zeit zum Ausspannen; was steht am Wochenende an?

Zuerst einmal gebührt das Lob dem ganzen Team bestehend aus dem Deal Team, dem Management und den unterstützenden Funktionen wie Rechtsberatung, Steuerberatung und Garantieberatung. Die Jungs und Mädels haben einen Wahnsinns-Job gemacht. Daneben freue ich mich, dass wir für die NEM einen guten Käufer gefunden haben, der die Gesellschaft weiterentwickelt und auch uns einen ordentlichen Kaufpreis bezahlt hat. Was mich angeht, werde ich Zeit mit der Familie verbringen und am Sonntag den ersten Schritt der Nationalmannschaft zum 5. WM-Titel im Fernsehen anschauen.

Mutares (WKN: A2NB65)

Der NEM-Verkauf zeigt, dass bei Mutares die Erntezeit in die heiße Phase läuft. Es bestehen keine Zweifel, dass weitere Verkaufsdeals folgen werden. Die Analysten sehen Kursziele zwischen 34 Euro und 48 Euro. Liefert Mutares, spricht nichts gegen ein Erreichen dieser Marken.


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