15.03.2018 Matthias J. Kapfer

Munich Re will nach Katastrophenjahr wieder hoch hinaus

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Der Rückversicherer Munich Re blickt auf ein katastrophales Jahr 2017 zurück. Nach erheblichen Unwetterschäden ging der traditionell recht hohe Gewinn deutlich zurück. Freude bereitet hingegen das Gewinnziel für 2018, die Tochter Ergo sowie die Weiterführung des Aktienrückkaufprogramm.

Der Münchner Rückversicherer Munich Re veröffentlicht den Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Ein Katastrophenjahr, gekennzeichnet durch schwerer Wirbelstürme in den USA und der Karibik und weitere Naturkatastrophen, welche den weltgrößten Rückversicherer im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 2,7 Milliarden Euro gekostet haben. Insgesamt beliefen sich die Summe der Großschäden auf 4,3 Milliarden Euro – dreimal so viel wie in den Jahren davor. Unterm Strich blieb dem Konzern ein im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringerer Gewinn von 392 Millionen Euro.

Ergo und Aktienrückkaufprogramm

Neben einer unveränderten Dividende von 8,60 Euro, welche beim aktuellen Kurs einer Rendite von circa 4,65 Prozent entspricht, hat Munich Re ein Aktienrückkaufprogramm vor. Bis zur Hauptversammlung 2019 sollen Aktien im Wert von einer Milliarde Euro erworben werden – keine Überraschung, denn Munich Re pflegt jährlich ein solches Programm durchzuführen.
Der bis vor einem Jahr noch in der Krise steckende Erstversicherer Ergo konnte es überraschend wieder in die Gewinnzone schaffen – unterm Strich blieben 273 Millionen Euro als Gewinn stehen. „Ergo setzt das Strategieprogramm Schritt für Schritt mit Erfolg um, und in der Rückversicherung erhalten unsere Wachstumsinitiativen zusätzlichen Rückenwind durch anziehende Preise“, so Munich Re-CEO Joachim Wenning.

Gewinnziel angehoben

Für den Ausblick 2018 gibt sich Munich Re optimistisch. Das angepeilte Gewinnziel soll demnach bei 2,1 bis 2,8 Milliarden Euro liegen. Dies liegt über dem ursprünglich für 2017 geplanten Konzernergebnis, was vielleicht auch erreicht hätte werden können, wären die etlichen Katastrophen nicht eingetreten. Natürlich verweist Munich Re auch deshalb auf den Vorbehalt des Gewinnziels.

Die Papiere des Rückversicherers zeigten sich deutlich volatil in den letzten Wochen und Monaten. Nicht zuletzt die Serie schwerer Wirbelstürme in den USA und der Karibik im letzten Jahr ließen die Kurse deutlich unter Druck geraten. Dennoch zeigt sich der 138 Jahre alte Konzern als Kerngesund und punktet mit seiner hohen Dividendenrendite von 4,65 Prozent. Investierte Anleger bleiben an Bord, beachten aber vorsichtshalber einen Stopp-Kurs von 175 Euro.

(Quelle: Munich Re)