02.08.2012 Bastian Galuschka

Morphosys: Verlust eingedämmt

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Trendthema

Das Biotech-Unternehmen hat im zweiten Quartal einen geringeren Verlust ausgewiesen als noch im Jahr 2011 und seine Jahresprognose bestätigt. In den kommenden Monaten erwarten die Verantwortlichen wichtige Studiendaten.

Der Antikörperspezialist Morphosys hat seine Quartalszahlen vorgelegt. Das Biotechnologie-Unternehmen hat im zweiten Quartal auf die Kostenbremse gedrückt und den Verlust im Vergleich zum Vorjahr eingedämmt. Der operative Verlust reduzierte sich von 6,1 Millionen Euro im Vorjahr auf ein Minus von 1,1 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Nettoverlust von 400.000 Euro hängen. Allerdings sank auch der Umsatz auf 16,9 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 18 Millionen Euro ausgewiesen wurden. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet.

Morphosys bestätigte auch seine Gesamtjahresprognose. Demnach soll der Umsatz der Biotech-Firma auf 75 bis 80 Millionen Euro zurückgehen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll zwischen einer und fünf Millionen Euro betragen (VJ: 12,2). Im vergangenen Jahr hatte eine Einmalzahlung des Schweizer Minderheitsaktionärs Novartis von rund 30 Millionen Euro den Erlös auf 100,8 Millionen Euro gehievt.

Daten von MOR103 und MOR208

Die Zahlen für das zweite Quartal haben die Erwartungen der DZ Bank weitgehend erfüllt. Angesichts einiger zu erwartender Meilensteinzahlung sollten auch die bestätigten Jahresziele gut erreichbar sein, schrieb Analyst Elmar Kraus in einer ersten Einschätzung am Donnerstagmorgen. Bestimmt werde die Entwicklung in diesem Jahr vom Erfolg der eigenen Wirkstoffe MOR103 und MOR208 sowie einer ganzen Anzahl von gemeinsamen Projekten mit Partnern. Der Experte rechnet bereits im dritten Quartal mit Ergebnissen.

Vor Bewährungsprobe

Das Zahlenwerk von Morphosys ist traditionell eher unbedeutend. Das Biotech-Unternehmen hat seit Langem als Strategie ausgegeben, die Pipeline sukzessive mit Investitionen zu stärken, hierbei aber profitabel bleiben zu wollen. Im Klartext heißt das, das Morphosys, bis die ersten Medikamente auf den Markt kommen, weiterhin hohe KGVs ausweisen wird.

Viel wichtiger für den Kurs werden die Studiendaten im dritten Quartal sein. Liefert MOR103 den „Proof of Concept" ab, müsste die Analysten den Wert des Programms in ihren Modellen deutlich nach oben schrauben. Unabhängig davon bleibt DER AKTIONÄR bei seiner Einschätzung, dass die Morphosys-Aktie ein absolutes Basisinvestment im deutschen Biotech-Sektor darstellt.

mit Material von dpa-afx