05.12.2018 DER AKTIONÄR

Microsoft und Co: Konzerne kennen keine Grenzen

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Cloud Services oder künstliche Intelligenz. Unsere Wirtschaft wird immer digitaler. Dafür ist ein High-Speed Breitband-Internet-Zugang erforderlich. Dennoch gibt es Gebiete, auch in Industrieländern wie den USA, die keinen Breitbandzugang haben. Microsoft und Co sehen hier Chancen und packen beim Breitband-Ausbau entsprechend zu.

Laut Schätzungen der FCC (Federal Communications Commission) sind 25 Millionen Amerikaner nicht mit Breitband versorgt. Das Pew Research Center kommt auf eine noch höhere Zahl von 113 Millionen. Die große Differenz veranlasste das Microsoft-Management zur eigenen Forschungsarbeit. Das Resultat: „Die Pew-Zahlen liegen weitaus näher an der Realität“, schrieb der Microsoft-Präsident Brad Smith in einem Blog Post.

Die Versorgung mit einem Breitbandzugang in den USA zeigt die untenstehende Grafik. Die Anzahl der Amerikaner mit High-Speed-Internet stieg rasant zwischen 2000 und 2010. In den letzten Jahren gab das Wachstum jedoch nach.

Microsoft sieht hier Potenzial und erweiter demzufolge das im vergangenen Jahr angekündigte Breitbandprogramm „Airband Initiative“. Ursprünglich sollte das Programm in den USA zwei Millionen Kunden erreichen, nun sollen es drei Millionen sein. Auch die Reichweite wird erhöht: Im nächsten Jahr soll die Airband-Initiative in 25 US-Bundesstaaten verfügbar sein, was mehr als einer Verdopplung entspricht.

Die Konkurrenten wittern ebenfalls Chancen

Die Herangehensweise des US-Unternehmens Alphabet ist jedoch eine andere. Im Rahmen des Projekts „Loon“ will der Tech-Riese abgelegene Teile der Welt online bringen. Der Aufwand für eine klassische Kabellösung wäre in solchen Gebieten zu hoch. Lösung: Gasballons am Rande des Weltraums, die für Internetzugang auch in der entlegensten Ecke der Welt sorgen. Die Ballons waren bereits in Puerto Rico sowie auf Sri Lanka nach Naturkatastrophen im Einsatz.

Das soziale Netzwerk Facebook plant für 2019 den Start eines eigenen Satelliten „Athena“. Traditionelle Breitbandsatelliten befinden sich in etwa 36.000 Kilometern Höhe und leiden unter einer langsamen Funkverbindung. Das ist genug für einen Chat, doch spätestens beim Streamen wird die eigene Geduld gefordert. Athena kann hingegen in niedrigeren Höhen operieren. Somit kann der Satellit eine Internetverbindung liefern, die einer Kabelverbindung entspricht.

Thinking big

Die Technologieunternehmen zeigen wieder mal, dass sie sich bei Forschung und Entwicklung kaum Grenzen setzen. Mit Investitionen wie beispielsweise in KI oder Cloud Services sind sie für die digitale Zukunft gut ausgerüstet.

Die Langfrist-Aussichten passen – bei den Aktienkursen sieht es allerdings weniger positiv aus. Die Papiere von Facebook und Alphabet, die zu den FAANG-Aktien gehören, endeten am Dienstag mit Verlusten von jeweils 2,2 und 4,8 Prozent.

Das Sentiment gegenüber der Microsoft-Aktie ist hingegen vergleichsweise intakt. Die Unterstützung bei der 200-Tage-Linie hat gehalten. Zudem hat das Papier bereits zweimal die Marke von 112 Dollar getestet. Sollte diese durchbrochen werden, ist das Zwischenhoch bei rund 116 Dollar nicht weit entfernt. Anleger bleiben dabei.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
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