27.01.2015 Markus Bußler

Microsoft: Schrumpfen nach Plan

-%
DAX
Trendthema

Der Software-Riese Microsoft kommt bei seinem Umbau voran. Das Wachstum in neuen Bereichen glich im vergangenen Quartal den Rückgang im wichtigen Windows-Geschäft mehr als aus. Der Umbau und das laufende Sparprogramm schlagen aber auf den Gewinn durch.

Der Umsatz in dem Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal legte um knapp acht Prozent auf fast 26,5 Milliarden Dollar (rund 23,5 Milliarden Euro) zu. Dafür sorgte unter anderem das wachsende Geschäft mit Cloud-Diensten im Internet, das sich im Jahresvergleich verdoppelte. Die Erlöse mit dem Surface-Tablet wuchsen um ein Viertel auf 1,1 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit dem Windows-Betriebssystem schrumpfte dagegen im weiterhin schwachen PC-Markt um 13 Prozent.

Gewinn sinkt
Der Gewinn sank im Jahresvergleich um 10,7 Prozent auf 5,86 Milliarden Dollar, wie der Software-Konzern nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Microsoft baut gerade unter anderem rund 18.000 Stellen nach der Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia ab. Das geht zunächst ins Geld, bevor der Effekt der Sparmaßnahmen einsetzt. Außerdem drückten höhere Steuerzahlungen das Ergebnis.

Der vor knapp einem Jahr angetretene Konzernchef Satya Nadella will die Abhängigkeit von Windows und der Office-Bürosoftware verringern und rief die Devise aus, Microsoft müsse seine Dienste auf allen Plattformen und Geräten platzieren. Der Schlüssel dazu sind Cloud-Angebote, bei denen Daten und Software direkt aus dem Netz bereitgestellt werden. Auf diesem Weg kann Microsoft Erfolge vorweisen. So stieg die Kundenzahl beim Onlinedienst Office 365 binnen drei Monaten um 30 Prozent auf 9,2 Millionen.

Microsoft verkaufte im Weihnachtsgeschäft 6,6 Millionen Geräte seiner beiden Konsolen Xbox 360 und Xbox One. Das war ein Rückgang von fast elf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, in dem die Xbox One gerade auf den Markt gekommen war. Beim Verkauf der von Nokia übernommenen Lumia-Smartphones erreichte Microsoft dank günstigerer Modelle den bisherigen Bestwert von 10,5 Millionen Geräten. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel rund drei Prozent, obwohl Microsoft die Markt-Prognosen getroffen hatte.

(mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Hit Refresh

Wer hat´s erfunden? Microsoft. Lange bevor es iPad oder Kindle gab, hatte Microsoft bereits ein Tablet und einen E-Reader entwickelt. Nur: Es hatte die Produkte nie genutzt und war gegen neue Innovatoren wie Apple und Co ins Hintertreffen geraten. Die Lösung: Eine Rundumerneuerung – Microsoft entwickelte eine alle Unternehmensbereiche umfassende Strategie für den künftigen Umgang mit neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz und Mixed Reality. „Hit Refresh“ zeigt am Beispiel von Microsoft, wie man mit Empathie und Energie das Beste aus den Möglichkeiten des technischen Fortschritts herausholt. Nadella verbindet das Ganze mit seiner eigenen faszinierenden Lebensgeschichte und Gedankenwelt.

Autoren: Nadella, Satya Nichols, Jill Tracie Shaw, Greg
Seitenanzahl: 256
Erscheinungstermin: 05.03.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-681-3