Paukenschlag im Medizintechniksektor: Stryker steigt mit rund 400 Millionen Dollar bei CMR Surgical ein und sichert sich eine Option auf die Übernahme des britischen Roboterherstellers. Zugleich wird der Konzern exklusiver Vertriebspartner für den Versius-Roboter in den USA. Damit bläst Stryker zum Frontalangriff auf Intuitive Surgical.
Der Plan verspricht eine ideale Kombination: Stryker bringt Reichweite, etablierte Kundenbeziehungen und Vertriebskraft in die Kliniken ein. CMR liefert die Technologie. Das modulare Versius-System ist darauf ausgelegt, sich in bestehende Operationssäle integrieren zu lassen. Die FDA erteilte dem ursprünglichen System im Oktober 2024 die Zulassung, der Plus-Version im Dezember 2025. Außerhalb der USA hat CMR nach eigenen Angaben bereits mehr als 40.000 Eingriffe durchgeführt.
Andy Pierce, Group President bei Stryker, sagte: "Wir haben das Segment seit Jahren sorgfältig geprüft, und diese Allianz ist ein durchdachter und disziplinierter Einstieg [...]."
Übernahmepreis ungewiss
Der Preis für eine Vollübernahme ist nicht bekannt. Berichten zufolge strebte CMR zuletzt eine Bewertung von bis zu vier Milliarden Dollar an. Gemessen an der Marktkapitalisierung von Stryker von rund 106 Milliarden Dollar liegt das nun getätigte Investment von 400 Millionen Dollar bei unter einem halben Prozent.
Zudem gibt die Option Stryker genügend Zeit, die Vorzüge der Allianz zu testen, ehe der komplette Kaufpreis für eine Übernahme fällig wird. Für den Kurs ist der Deal kurzfristig kein großer Hebel: Vorbörslich notiert die Stryker-Aktie nahezu unverändert. CMR Surgical ist dagegen nicht börsennotiert. Entscheidend ist, ob Versius im US-Markt Anteile gewinnt und Stryker dabei seine Margen hält.
Die Option gibt Stryker Zeit. Die Übernahme muss nicht sofort bezahlt werden, und der US-Vertrieb lässt sich zunächst testen. Für den Kurs ist der Deal kurzfristig kein großer Hebel. Entscheidend ist, ob Versius im US-Markt Anteile gewinnt und Stryker dabei seine Margen hält.
Auch wenn Stryker durch die mögliche Übernahme zukünftig im Revier von Intuitive Surgical wildern könnte, reagieren die Anleger gelassen auf die Nachricht: Vorbörslich klettert die AKTIONÄR-Empfehlung Intuitive sogar leicht. Stryker steht dagegen aktuell nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR.
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