Der Luxusweltmarktführer LVMH hat am Montagabend die Umsatzzahlen für das erste Quartal im Jahr 2026 vorgelegt und die Markterwartungen verfehlt. Während einige Analysten auf eine Erholung der Nachfrage hofften, sorgten die Daten unmittelbar nach Veröffentlichung für Ernüchterung. Die Aktie reagierte mit einem Kursrutsch von drei Prozent im nachbörslichen Handel und beschleunigt damit ihre Talfahrt.
Der Konzern aus Paris erzielte in den ersten drei Monaten einen Umsatz von 19,12 Milliarden Euro. Damit blieb LVMH hinter der Konsensschätzung von 19,6 Milliarden Euro zurück. Das organische Wachstum belief sich auf lediglich ein Prozent, während Experten ein Plus von knapp zwei Prozent prognostiziert hatten.
Besonders die Schlüsselsparte Mode und Lederwaren enttäuschte: Hier sank der organische Umsatz um zwei Prozent, was deutlich schlechter ausfiel als die erwartete Stagnation. Unbereinigt brach der Erlös in dieser wichtigsten Sparte sogar um neun Prozent auf 9,2 Milliarden Euro ein. Der Konzern machte unter anderem den Konflikt im Nahen Osten für einen negativen Effekt von rund einem Prozent auf das organische Quartalswachstum verantwortlich.
Einzig der US-Markt lieferte mit einem organischen Plus von drei Prozent einen Lichtblick und schlug die Analystenerwartungen von 2,9 Prozent leicht. In Europa und Japan stützte die lokale Nachfrage das Ergebnis, konnte jedoch die geringeren Ausgaben von Touristen nicht vollständig kompensieren.
Die Sparte Wein und Spirituosen zeigte sich mit einem organischen Zuwachs von fünf Prozent zwar resilient, doch das berichtete Minus von sechs Prozent beim Gesamtumsatz verdeutlicht die negativen Währungseffekte, die das Konzernergebnis mit sieben Prozent belasteten.
Die LVMH-Aktie sackte nachbörslich um knapp drei Prozent auf 470 Euro ab. Damit wurde die wichtige Unterstützung bei 475 Euro unterschritten. Technisch betrachtet bleibt das Papier angeschlagen, da es weiterhin unter dem GD50 bei 510,40 Euro notiert. Erst eine Rückkehr über diese Marke würde das kurzfristige Bild aufhellen. Nach unten bietet der Bereich um 450 Euro die nächste nennenswerte Auffangzone.
DER AKTIONÄR rät zur Vorsicht. Die Zahlen verdeutlichen, dass der Luxussektor noch nicht über den Berg ist. Ein Neueinstieg drängt sich auf dem aktuellen Niveau nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
Heute, 18:08