Die Lululemon-Aktie ist nach der Vorlage der Quartalszahlen regelrecht abgestürzt. Im nachbörslichen Handel am Donnerstag verlor das Papier zeitweise rund 18 Prozent und fiel erstmals seit Jahren unter die Marke von 100 Dollar. Auslöser ist die inzwischen dritte Prognosesenkung für 2026. Der einstige Börsenliebling kämpft mit Problemen in der wichtigen Heimatregion Nordamerika.
- Dritte Prognosesenkung: Lululemon erwartet 2026 nun einen Umsatzrückgang von fünf bis sieben Prozent.
- Aktie auf Achtjahrestief: Das Papier fiel nachbörslich unter 100 Dollar und liegt rund 80 Prozent unter dem Rekordhoch.
- Neue Chefin unter Druck: Heidi O'Neill übernimmt kommende Woche das Ruder und muss die angeschlagene Marke wieder auf Wachstumskurs bringen.
Die Zahlen zum zweiten Quartal machen die Probleme deutlich. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um vier Prozent auf 2,42 Milliarden Dollar zurück und verfehlte damit die Erwartungen. Noch schwächer entwickelte sich das vergleichbare Geschäft: Weltweit sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent, in Nordamerika sogar um zwölf Prozent.
Prognose gekappt
Beim Gewinn konnte Lululemon zwar erneut die Erwartungen übertreffen. Das reicht den Anlegern allerdings nicht mehr. Denn die Umsatzentwicklung bereitet zunehmend Sorgen – und zwingt den Sportartikelhersteller bereits zum dritten Mal in diesem Jahr zu einer Korrektur seiner Jahresziele.
Noch im März hatte Lululemon für 2026 einen Umsatz von 11,35 bis 11,50 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Im Juni wurde die Spanne auf 11,00 bis 11,15 Milliarden Dollar reduziert. Jetzt folgt der nächste Rückschlag: Lululemon rechnet nur noch mit 10,35 bis 10,50 Milliarden Dollar. Die Spannweite sank damit an beiden Enden glatt um eine Milliarde Dollar.
Auch beim Gewinn wird der Rotstift angesetzt. Statt eines Gewinns je Aktie von 10,95 bis 11,15 Dollar erwartet der Konzern nun lediglich 9,48 bis 9,73 Dollar.
Konkurrenz setzt Lululemon zu
Damit wird immer deutlicher, wie schwierig die Lage für die einstige Wachstumsstory geworden ist. Vor allem in Nordamerika bekommt Lululemon zunehmend Konkurrenz. Marken wie Alo Yoga und Vuori gewinnen Marktanteile und machen dem Sportbekleidungshersteller das Geschäft streitig.
Hinzu kommen Probleme beim Markenimage. Im Mai sorgte ein Vorfall an der Chinesischen Mauer für negative Schlagzeilen. Eine Trommel war dabei fälschlicherweise als japanisches Instrument bezeichnet worden.
Meghan Frank, Interims-Co-CEO und Finanzchefin, verwies ebenfalls auf die Auswirkungen negativer Berichterstattung und Kommentare in sozialen Netzwerken. Das habe sich unter anderem beim Besucherstrom und bei der Nachfrage nach einigen neuen Produkten bemerkbar gemacht.
Neue Chefin muss liefern
Die Probleme kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Heidi O'Neill übernimmt bereits in der kommenden Woche den Posten der Vorstandschefin. Die frühere Nike-Managerin steht damit vor einer schwierigen Aufgabe.
Denn der Sanierungsplan muss nun schnell Wirkung zeigen. Lululemon erwartet für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang von zehn bis elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von einer schnellen Trendwende kann damit bislang keine Rede sein.
Auch der Machtkampf mit Gründer Chip Wilson hatte zuletzt für Unruhe gesorgt. Der Streit mit dem Board wurde zwar beigelegt, die operative Entwicklung bleibt jedoch das größere Problem.
An der Börse fällt die Quittung nun drastisch aus. Die Lululemon-Aktie rutschte nachbörslich unter die Marke von 100 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit rund acht Jahren. Noch im Dezember 2023 war das Papier 511,29 Dollar wert. Seit dem Rekordhoch hat die Aktie damit rund 80 Prozent eingebüßt. Allein seit Jahresbeginn 2025 summieren sich die Verluste auf knapp 69 Prozent. Wo die Aktie einen Boden findet, bleibt abzuwarten. Kein Kauf!
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