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21.03.2019 Andreas Deutsch

Levi Strauss: Anleger im Jeans-Fieber - Aktie +34%

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Die Blue-Jeans-Ikone Levi Strauss legt am Donnerstag einen fulminanten Start an der Börse hin. Der Traditionskonzern sammelt mit seinem IPO knapp 623 Millionen Dollar ein. Es ist der zweite Börsengang von Levi Strauss nach 1971. Günstig ist die Aktie nicht – das scheint heute aber niemanden zu stören.

Welch ein Comeback! Die Aktie von Levi Strauss gewinnt am ersten Handelstag 34 Prozent auf 22,75 Dollar. Es greifen die Anleger zu, die bei der Zeichnungsfrist nicht zum Zuge gekommen sind. Die Nachfrage nach den Aktien des Jeans-Herstellers war derart groß, dass das Unternehmen den Ausgabepreis auf 17 Dollar anhob. Die ursprüngliche Zeichnungsspanne lag zwischen 14 und 16 Dollar.

Levi's hatte bereits im Jahr 1971 einen Börsengang vollzogen, war jedoch Mitte der 1980er-Jahre wieder privatisiert worden. Lange lief es ausgezeichnet für Levi Strauss, doch dann kam „Athleisure“ auf, jene bequeme Mode, den manche Fitness, andere Schlabberlook nennen. „Das ist kein Trend mehr, es ist jetzt ein Lebensstil, der für Kunden aller Altersgruppen zu komfortabel ist, um schnell wieder zu verschwinden“, konstatierte die Marktforschungsfirma NPD Group.

Doch Levi’s kämpfte sich zurück. Statt der Verlockung zu erliegen, eine der boomenden "Athleisure"-Firmen zu kaufen und unters Konzerndach zu stellen, besann sich das Unternehmen auf seine eigenen Stärken. Neben aufwendigen Werbekampagnen zur Markenpflege zahlte sich vor allem aus, dass Levi's nun in großem Stil auf Stretch-Material setzte, das Jeans bequemer und als Alternative zu Leggings und Yogahosen wieder attraktiver machen sollte. Der Plan ging auf: 2018 stiegen die Erlöse um 14 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn kletterte leicht auf 285 Millionen Dollar.

Ein Top-Wachstumstreiber für den Traditionskonzern mit deutschen Wurzeln ist das Damenmodegeschäft. Der Umsatz kletterte hier von 2017 auf 2018 um 29 Prozent nach 25 Prozent ein Jahr zuvor.

Großes Potenzial sehen Analysten in China. Lediglich drei Prozent der Konzernumsätze kommen aus dem Reich der Mitte. Dabei zeichnet China mittlerweile für 20 Prozent des weltweiten Modemarktes verantwortlich.

Jetzt schon heiß gelaufen

Nach dem Kurssprung am ersten Handelstag ist Levi Strauss mit einem 2019er-KGV von 30 bewertet. Ein stolzer Preis. Unmittelbare Konkurrenten wie VF Corp und GAP kommen auf ein KGV von 22 beziehungsweise nur 10. Watchlist!

(Mit Material von dpa-AFX)

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