15.02.2017 Nikolas Kessler

LendingClub enttäuscht mit Ausblick – Aktie unter Druck

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Lendingclub
Trendthema

Obwohl der Umsatz- und Gewinnrückgang bei LendingClub im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringer ausgefallen ist als von Analysten befürchtet, ist die Aktie im nachbörslichen Handel unter Druck geraten. Schuld ist vor allem der verhaltene Ausblick.

Die Peer-to-Peer-Kreditplattform LendingClub hat für das vierte Quartal einen Verlust von 32,3 Millionen Dollar ausgewiesen – nach einem Überschuss von 4,6 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz ist um vier Prozent auf 129,2 Millionen Dollar zurückgegangen. Dennoch lag sowohl der Erlös, als auch das Ergebnis pro Aktie (-0,02 Dollar) über den Erwartungen der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten.

Auf Jahressicht steht insgesamt ein Nettoverlust von 146 Millionen Dollar zu Buche. Nach Fehlbeträgen von fünf Millionen Dollar im Jahr zuvor und 33 Millionen Dollar 2014 war 2016 somit das dritte Verlustjahr in Folge für LendingClub.

Skandal wirkt nach – Ausblick enttäuscht

Nach wie vor erholt sich das Unternehmen nur langsam vom Governance-Skandal, der im vergangenen Mai zum Rücktritt von Gründer und CEO Renaud Lanplanche geführt hatte. Vor allem bei der Kreditvergabe stockt es weiterhin – auch wenn der neue CEO Scott Sanborn die Rückkehr in den Bereich von zwei Milliarden Dollar als Erfolg wertet.

Zumindest das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen wächst jedoch weiter. Verglichen mit dem Vorquartal hat sich der Anteil der Banken am Investorenmix bei LendingClub in Q4 auf 31 Prozent mehr als verdoppelt.

Für das laufende Geschäftsjahr hat Sanborn aber dennoch einen verhaltenen Ausblick präsentiert. Demnach wird 2017 zwar mit einem Umsatz zwischen 565 und 595 Millionen Dollar gerechnet. Unter dem Strich rechnet er aber mit einem erneuten Nettoverlust im Bereich von 84 bis 69 Millionen Dollar.

Aktie nachbörslich unter Druck

Die Anleger haben am Mittwoch nachbörslich enttäuscht auf die Zahlen und den Ausblick reagiert. In der Spitze hat die Aktie um rund acht Prozent nachgegeben. Der erhoffte Ausbruch über den charttechnischen Widerstand im Bereich von 6,50 Dollar lässt damit weiter auf sich warten. Anleger sollten daher an der Seitenlinie bleiben.

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