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17.11.2011 DER AKTIONÄR

"Lasst den Euro krepieren"

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"Der Preis ist zu hoch", sagt der professionelle Forex-Händler Daniel Fehring angesichts der gigantischen Schulden, die für die Rettung angeschlagener Euro-Länder gemacht werden. Sein Lösungsvorschlag: ein Euro nur für die Starken. Kurzfristig glaubt er nicht, dass die Politik irgendetwas dem massiven Verkaufsdruck bei Staatsanleihen durch Großanleger entgegensetzen kann. "Der Euro wird jetzt erstmal abgeschlachtet".

Daniel Fehring ist Händler seit Ende der achtziger Jahre. Er hat somit jede Börsenphase aktiv miterlebt. Erst als Parkett-Händler in München. Dann als selbstständiger Forex-Trader. Das, was aktuell passiert, ist für ihn "historisch".

"Ich habe es noch nie erlebt, dass sich das große Geld so auf einen Wirtschaftsraum eingeschossen hat. Der Euro wird gerade über Leerverkäufe auf dem Anleihemarkt abgeschlachtet", bringt Fehring die jüngsten Ereignisse auf den Punkt. Er meint damit, dass über Gerüchte und massive Anleihen-Verkäufe selbst stabile europäische Staaten in den Ruin getrieben werden. 

Die Todesspirale des Euro

Doch um große Volkswirtschaften wie Italien, Österreich oder Benelux vor dem Bankrott zu retten, bedarf es noch viel mehr Geld. Eine unheilige Rolle nehmen mittlerweile dabei die Ratingagenturen ein. Nahezu täglich kursieren Gerüchte, S&P, Moodys oder auch Fitch stünden davor, Italien, Frankreich, Österreich oder auch Belgien tiefer einzustufen. Ein Herabstufen der Kreditwürdigkeit hätte nochmals höhere Zinsen zur Folge. "Hier werden ganz bewusst Gerüchte gestreut. Und mit diesen Gerüchten kann man aktuell sehr viel Geld in kürzester Zeit verdienen". 

Kurzfristig sieht Daniel Fehring keine Alternative, als diesem Druck nachzugeben. "Die Politik kann hier nichts entgegensetzen. Sie macht sich nur lächerlich. Verbote von Leerverkäufen oder diese Pläne, die aktuell in Straßburg besprochen werden, verdeutlichen nur einmal mehr, wie ahnungslos unsere Staats- und Regierungschefs sind. Will das große Geld fallende Anleihekurse, wird es definitiv Mittel und Wege finden, dass sie auch fallen. Da können die Herren am grünen Tisch beratschlagen wie sie nur wollen."

Ein Euro nur für die Starken

Den einzigen Ausweg, den Fehring aktuell sieht, ist eine Art Euro 2.0. "Die starken Wirtschaften müssen sich zusammenschließen, und einen eigenen, neuen Währungsraum erschaffen". Die Staaten, die jetzt so immense Probleme haben, müssten erst ihre Hausaufgaben machen und dann zu einem späteren Zeitpunkt in diesen neuen Währungsraum aufgenommen werden.

Prinzipiell ist Fehring davon überzeugt, dass Europa langfristig in der Lage sein wird, all diese Probleme zu lösen. Auch vom neuen EZB-Chef verspricht sich der Profi-Händler viel. Doch kurzfristig ist der Ausblick einfach negativ.

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