Günstige Titel für Schnäppchenjäger
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14.12.2020 Fabian Strebin

Kursrakete Piraeus Bank: 2021 könnte alles vorbei sein

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PIRAEUS BANK

In vielen europäischen Ländern haben sich die Banken von der Finanzkrise 2008 mehr oder weniger erholt. Anders sieht es in einzelnen Ländern in der Peripherie aus. Besonders im Fokus steht Griechenland. Es gab Schuldenschnitte und eine Rekapitalisierung der Großbanken. Doch Corona setzt den Instituten mächtig zu. Der Börse ist das egal, die Aktien sind in den letzten Wochen durch die Decke gegangen.

Die Piraeus Bank dreht heute am Markt mit über sieben Prozent wieder voll auf. Bankaktien profitieren insgesamt von der Hoffnung, dass es doch noch zu einem Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU kommt. Zwar sind die Chancen eher gering, aber davon lassen sich die Anleger nicht beeindrucken. Die Aktie der Piraeus Bank hat in einem Monat fast sechzig Prozent zugelegt. Kann das so weitergehen?

Schlusslicht Griechenland

Die griechischen Bankaktien sind spätestens seit der Finanzkrise eine Spielwiese für Zocker. Inwiefern die Aussichten auf eine starke Erholung in Griechenland im kommenden Jahr gerechtfertigt sind, wird sich zeigen. Fakt ist aber, dass die größten Institute des Landes vollgepumpt sind mit faulen Krediten. Die neuesten Zahlen der europäischen Bankenaufsicht EBA zeichnen ein düsteres Bild. Untersucht wurde vor allem die Kapitalausstattung der größten Banken und die ausfallgefährdeten Kredite in ihren Bilanzen.

Piraeus Bank ist trauriger Spitzenreiter

Mit Abstand am schlechtesten unter den europäischen Großbanken schneiden dabei die Institute aus Griechenland ab. Die Piraues Bank führt die Liste mit einem Anteil der ausfallgefährdeten Kredite an allen Darlehen von 42,5 Prozent an. Der Durchschnitt in Europa liegt dabei nur bei 2,9 Prozent. Selbst in Griechenland kommt die Konkurrenz durchschnittlich nur auf rund 29 Prozent.

PIRAEUS BANK (WKN: A2DVJE)

Anleger setzen bei der Aktie der Piraeus Bank auf eine starke Erholung in Griechenland im kommendne Jahr. Das hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab und vor allem davon, wann die notleidenden Kredite in größerem Stil ausfallen. Wahrscheinlich wird es ein Bad-Bank-Lösung geben, sodass Portfolios ausgelagert werden können. Insgesamt bleibt die Aktie aber ein heißes Eisen, das sich allenfalls für Trader eignet.