Er war einer der einflussreichsten Unternehmer Deutschlands. Nun ist der Logistik-Milliardär und Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren gestorben. Laut übereinstimmender Medienberichten, starb Kühne in der Nacht zum Montag. Dies wurde inzwischen bestätigt.
Der gebürtige Hamburger gehörte zu den bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten des Landes. Ende der 1960er-Jahre zog er gemeinsam mit seinem Vater Alfred in die Schweiz. In den folgenden Jahrzehnten baute Kühne aus dem Erbe des Familienunternehmens Kühne + Nagel ein weitreichendes Beteiligungsimperium auf.
Mit einem geschätzten Vermögen von rund 36 Milliarden Euro galt Kühne zuletzt als zweitreichster Deutscher hinter Dieter Schwarz, dem Gründer von Kaufland und Lidl. Den Großteil seines Vermögens hatte der kinderlose Unternehmer bereits vor Jahren in eine Stiftung eingebracht. Sie ist heute Eigentümerin der Kühne Holding mit Sitz in Schindellegi am Zürichsee.
Ein weitreichendes Beteiligungsimperium
Das Fundament seines Vermögens bildete Kühne + Nagel. An dem weltweit führenden Logistikkonzern hielt Kühne zuletzt 53 Prozent. Das Unternehmen war 1890 von seinem Großvater August Kühne gemeinsam mit Friedrich Nagel in Bremen gegründet worden.
Darüber hinaus gehörten 30 Prozent der Reederei Hapag-Lloyd zu seinem Beteiligungsportfolio. Seit 2022 war Kühne zudem größter Einzelaktionär der Lufthansa. Im Mai hatte seine Holding ihren Anteil am größten europäischen Airline-Konzern erneut aufgestockt. Nach aktuellen Angaben hält sie inzwischen etwas mehr als 20 Prozent der Lufthansa-Aktien. Zuvor hatte der Anteil bei 15,01 Prozent gelegen.
Bei Lufthansa nahm Kühne kein Blatt vor den Mund. Die Vielzahl an Marken innerhalb des Konzerns sah er kritisch. Auch kritisierte er wiederholt, dass die Airline ihren Kunden nicht immer das biete, was sie verspreche. Gleichzeitig trug sein Vertreter im Aufsichtsrat die wesentlichen Entscheidungen des Kontrollgremiums mit.
Mit dem Tod des Unternehmers beginnt nun eine neue Phase für das Kühne-Imperium. Die Kühne-Stiftung wird künftig noch stärker im Mittelpunkt stehen. Als Nachfolger Kühnes im Amt des Präsidenten ist bereits seit Längerem der Baseler Rechtsanwalt Thomas Staehelin vorgesehen. Er war bislang Vizepräsident der Stiftung.
Dem Stiftungsrat gehören neben Kühnes Ehefrau Christine unter anderem der langjährige Vertraute Karl Gernandt und Kühne-Holding-Verwaltungsrat Jörg Wolle an.
Klaus-Michael Kühne hinterlässt nicht nur ein Milliardenvermögen, sondern auch ein weit verzweigtes Netzwerk bedeutender Unternehmensbeteiligungen sowie seine Ehefrau Christine.
Heute, 10:50
Bei Google bevorzugen