24.09.2009 Frank Phillipps

Klart der Himmel über Clear Skies auf?

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Clear Skies Solar
Trendthema

Der kleine US-Solar-Projektierer Clear Skies Solar stand bereits kurz vor dem Aus. Nun machen auf dem Parkett Spekulationen um neue Aufträge und den Einstieg eines strategischen Partners die Runde. Das könnte die Trendwende einläuten. Für das Unternehmen ebenso wie für die Aktie.

Einigen AKTIONÄRS-Lesern dürfte der Name Clear Skies Solar noch ein Begriff sein. Im Sommer 2008 wurde das Papier als "Spekulation der Woche" in der Printausgabe empfohlen. Damals allerdings mit bescheidenem Erfolg. Der US-Spezialist für die Installation von Solar-Anlagen wurde von der Finanzkrise voll erwischt. Viele Projekte, für die bereits Absichtserklärungen vorlagen, wurden wegen Geldmangels und der Unsicherheit an den Kapitalmärkten auf Eis gelegt. Clear Skies drohte das Geld auszugehen.

Beinahe ein Totalverlust

Kein Wunder, dass die Aktie brutal abstürzte. AKTIONÄRS-Leser wurden zu Kursen von 0,45 Euro mit einem Verlust von 22 Prozent ausgestoppt. Glück im Unglück. Denn der Sinkflug des Papiers endete erst im Juli dieses Jahre bei Kursen von 0,04 Euro. Ohne Beachtung des Stoppkurses hätten Anleger, die im Juli 2008 eingestiegen waren, innerhalb eines Jahres einen Verlust von mehr als 90 Prozent hinnehmen müssen.

Neue Chance?

Nun jedoch gibt es erste Anzeichen für eine fundamentale Trendwende. Bereits Ende Juli richtete sich Clear-Skies-Chef Ezra Green in einem offenen Brief an die Aktionäre. Darin erklärte er nicht nur Probleme der Vergangenheit, sondern zeigte sich auch zuversichtlich für die Zukunft. Unter anderem kündigte Green den Abschluss mehrerer Verträge für neue Projekte an.

Der Ankündigung folgten Taten. Mitte August meldete Clear Skies eine Partnerschaft mit MyNJSolar. Der Deal mit der privaten Solar-Firma aus New Jersey soll Clear Skies im laufenden Jahr Umsätze von 3,5 Millionen Dollar bescheren. Auch in das geplante Solar-Projekt in der Mojave-Wüste kommt Bewegung. Gemeinsam mit Partner Cavallo Energy will Clear Skies hier eine Anlage mit einer Kapazität von sechs Megawatt installieren. Im vierten Quartal sollen die Arbeiten beginnen.

Neuer Partner in Sicht?

Der Aktienkurs hat auf die guten News bereits reagiert. Seit Mitte Juli hat sich das Papier im Wert mehr als verdreifacht. Dies muss jedoch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Denn Gerüchten zufolge steht der Einstieg eines strategischen Investors bei der kleinen Solar-Firma kurz bevor. Demnach hätten bereits mehrere ausländische Wettbewerber Interesse an einer Beteiligung signalisiert, um so den Einstieg in den US-Markt zu schaffen. Sinn würde dies durchaus ergeben. Denn der Solarmarkt in den USA hinkt etwa dem europäischen um Jahre hinterher und hat entsprechendes Nachholpotenzial.

Kein Rentenpapier!

Clear Skies ist eine kleine Solar-Firma, die an der Börse mit nicht einmal acht Millionen Dollar bewertet ist. Das Unternehmen macht bislang marginale Umsätze und erzielt keine Gewinne. Allein diese Umstände verdeutlichen, dass es sich bei der Aktie um ein hochspekulatives Investment handelt, das sich ausschließlich für Anleger mit extremer Risikobereitschaft eignet.

Wer diese Eigenschaft mitbringt, kann mit einer kleinen Position auf den Abschluss weiterer Projekte, den Einstieg eines strategischen Investors und weiter steigende Kurse spekulieren. Alle anderen bleiben bei dem Hot-Stock außen vor. DER AKTIONÄR wagt eine Wette mit einem Kursziel von 0,20 Euro. Ein Stoppkurs wird bei 0,08 Euro platziert.