"Kein Problem für uns"

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DER AKTIONÄR 03.08.2007, 15:00 ‧ DER AKTIONÄR
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Die Gewinnwarnung von Schmack Biogas hat bei allen deutschen Biogasaktien zu starken Kursverlusten geführt. Auch die in Ausgabe 31/2007 empfohlene Aktie der BKN Biokraftstoff Nord AG kam unter Druck. Im AKTIONÄRS-Interview bezieht BKN-Vorstandschef Ulrich Wogart zu den jüngsten Entwicklungen Stellung.

Die Gewinnwarnung von Schmack Biogas hat bei allen deutschen Biogasaktien zu starken Kursverlusten geführt. Eine Chance für mutige Anleger.

Auch die in Ausgabe 31/2007 empfohlene Aktie der BKN Biokraftstoff Nord AG kam unter Druck. Im AKTIONÄRS-Interview bezieht BKN-Vorstandschef Ulrich Wogart zu den jüngsten Entwicklungen Stellung.

DER AKTIONÄR: Herr Wogart, nach der Gewinnwarnung Ihres Wettbewerbers Schmack Biogas wurden alle deutschen Biogasaktien in Sippenhaft genommen. Zu Recht?

ULRICH WOGART: Nein, wir unterscheiden uns im Geschäftsmodell grundsätzlich von den anderen börsennotierten Unternehmen, auch von Schmack. Bei unserer Tochtergesellschaft Biostrom sind alle Verfahrensabläufe standardisiert, wir arbeiten mit ausgesuchten Lieferanten, die wir über Jahre kennen, und schließen langfristige Input-Lieferverträge. Die Biostrom ist kein Anlagenbauer, sondern verfügt über eine vollentwickelte Wertschöpfungskette, die bis in den Betrieb der Biogasanlagen reicht. Insbesondere aus ihrer Service-Sparte – auch für Fremdanlagen – erwartet die Biostrom in Zukunft einen sehr stabilen Ergebnisbeitrag. Außerdem wird der Großteil der Anlagen nicht bei landwirtschaftlichen Betrieben, sondern bei institutionellen Kunden platziert, was für die Unternehmensplanung eine sichere Basis bedeutet.

Schmack spricht von einem „branchenweiten Einbruch im landwirtschaftlichen Sektor“. Inwieweit ist Ihre Gesellschaft von dieser Entwicklung betroffen?

Wir können keine derartige Entwicklung erkennen. Der Auftragsbestand ist sehr stabil. Wichtig ist, die landwirtschaftlichen Betriebe bereits bei der Planung der Biogasanlage partnerschaftlich mit einzubeziehen. Das tun wir über langfristige Input-Lieferverträge, die wir für den Anlagenbetreiber mit den Landwirten abschließen. So haben alle Projektpartner ein hohes Eigeninteresse.

Schmack will sich zukünftig verstärkt auf das Geschäft mit Energieversorgern und den Eigenbetrieb konzentrieren. Wäre dies auch eine Option für die Biostrom?

Diese Argumentation verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wenn es ein Problem wegen steigender Preise für Inputstoffe gibt, wären die Eigenanlagen doch auch betroffen. Noch einmal: Man muss den Landwirt als Partner suchen und nicht zum Lieferanten abstempeln. Genau hier hat die Biostrom sehr viel Erfahrung, genießt ein hohes Maß an Vertrauen und ist hervorragend positioniert.

Derzeit ist eine Kürzung der Grundvergütung für Strom aus Biogas um 0,5 Cent je Kilowattstunde im Gespräch. Welche Auswirkungen hätte dies für die Branche?

Das sind doch bisher nicht manifestierte Gerüchte. Wir sollten abwarten, bis der Gesetzgeber konkrete Vorlagen auf dem Tisch hat. An Spekulationen werden wir uns nicht beteiligen.

Die jüngsten Kursturbulenzen im Biogas-Sektor eröffnen risikobereiten Anlegern eine günstige Einstiegschance bei BKN. Allerdings muss die Gesellschaft erst noch beweisen, dass sich das Biogas-Engagement tatsächlich zu einer Erfolgsstory entwickelt. DER AKTIONÄR bekräftigt sein 12-Monats-Kursziel von 20 Euro und sieht BKN nach wie vor als interessante Alternative zu hochkapitalisierten Konkurrenten wie Envitec.

Kursziel bei BKN: 20,00 Euro. Stopp: 11,10 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 32/2007.

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