21.11.2018 DER AKTIONÄR

Kanaldeckel fehlt? SAP hat die Lösung

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Der deutsche Softwarehersteller SAP ist in der Offensive. Vor wenigen Tagen kündigte das Unternehmen eine 8-Milliarden teure Qualtrics-Übernahme, die das Cloud-Geschäft bestärkt. Nun nimmt SAP auch die deutschen Städte und Gemeinden unter die Lupe. Das Ziel: Smart-City Infrastruktur ins Leben rufen.

Dafür schließt sich SAP mit der Software AG zusammen. Gemeinsam wollen die beiden größten Softwarehäuser Deutschlands eine Smart-City-Plattform aufbauen. Deutsche Städte, Landkreise oder Gemeinden können damit ihre Vorhaben im Bereich Smart-City oder Smart-Country umsetzen.

Die Plattform wurde in Anlehnung an die Normierungsinitiative „Open Urban Plattform“ der EU erstellt. Sie umfasst laut SAP ein abgestimmtes Zusammenspiel von Komponenten aus den Bereichen Internet der Dinge, Big Data und künstliche Intelligenz sowie eine Entwicklungsplattform für smarte Apps.

Der Weg auf einen stark wachsenden Markt

Mit der Entscheidung, den deutschen Smart-City Markt zu betreten, geht SAP einen ersten Schritt: Laut einer Studie des Verbands für Internetwirtschaft soll sich das Umsatzniveau des deutschen Smart-City-Marktes bis zum Jahr 2022 mit 43,8 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Auf Jahressicht gerechnet entspricht dies einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 16,5 Prozent.

Für die Anbieter ist die Schlussfolgerung der Studie durchaus optimistisch: „In diesem zukunftsträchtigen Markt werden die Gewinner vor allem Anbieter von Smart-City-Plattformen, -Anwendungen und -Dienstleistungen für Endkunden sein“, erklärt die Studie.

Ein Beispiel liefert SAP in der Smart-City Buenos Aires: Fällt einem Bürger beispielsweise ein gebrochener Kanaldeckel auf, kann er dies der Behörde umgehend per Smartphone melden. Die zuständige Abteilung entscheidet, was zu tun ist, und führt die entsprechende Maßnahme durch.

Fazit

Die offene Plattform für den deutschen Smart-City-Markt erschließt für SAP zukünftige Erlösquellen. DER AKTIONÄR glaubt zudem nach wie vor an langfristig stärkere Margen. Anleger bleiben dabei.

(Bildquelle: Arthur D. Little, eco)