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23.11.2006 DER AKTIONÄR

Kampf um Reserven

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In Südafrikas Goldminenszene bahnt sich ein Übernahmepoker an. Im Mittelpunkt der Begehrlichkeiten steht Western Areas, eine Empfehlung des AKTIONÄRS. Auf der Käuferseite lauert Gold Fields, der weltweit viertgrößte Goldproduzent. Das Unternehmen will mit dem Kauf in den vollständigen Besitz der South-Deep-Mine kommen. 50 Prozent der Grube konnte man bereits für 1,5 Milliarden Dollar von Barrick Gold erwerben.

Südafrikas Minenszene ringt um neue Goldvorkommen. Im Mittelpunkt steht Western Areas. Gold Fields will das Unternehmen kaufen, Harmony hat es.

In Südafrikas Goldminenszene bahnt sich ein Übernahmepoker an. Im Mittelpunkt der Begehrlichkeiten steht Western Areas, eine Empfehlung des AKTIONÄRS. Auf der Käuferseite lauert Gold Fields, der weltweit viertgrößte Goldproduzent. Das Unternehmen will mit dem Kauf in den vollständigen Besitz der South-Deep-Mine kommen. 50 Prozent der Grube konnte man bereits für 1,5 Milliarden Dollar von Barrick Gold erwerben.

Der Clou an der Geschichte ist, dass der „Erzfeind“ Harmony Gold Mining – ein feindlicher Übernahmeversuch von Gold Fields durch Harmony ist erst vor wenigen Monaten gescheitert und kostete beide Unternehmen ein Vermögen – mit 29,2 Prozent größter Eigentümer von Western Areas ist. Zwar haben die Harmony-Manager einem Verkauf grundsätzlich zugestimmt und gleich ihren Preis genannt, mindestens 49.000 Rand je Western-Aktie, doch Insider bezweifeln die Ernsthaftigkeit des Angebotes. Wie alle „Südafrikaner“ steht nämlich auch Gold Fields unter enormem Druck. Nach Jahren des Niedergangs – wie schon in den Quartalen zuvor ging auch im zurückliegenden September-Quartal die Goldproduktion am Kap zurück, diesmal um knapp drei Prozent – versucht man nun durch Übernahmen die Förderquoten nach oben zu fahren. South Deep verspricht dabei durchaus interessante Perspektiven, würde Gold Fields doch nach einer Übernahme zum Produzenten mit den weltweit höchsten Goldreserven aufsteigen. Um den Kauf zu stemmen, muss Gold Fields jedoch 64 Millionen neue Aktien ausgeben, was zehn Prozent des jetzigen Aktienkapitals entspricht. Harmony wiederum kann ein Verkauf nur Recht sein. Denn 90 Prozent der Jahresförderung kommen immer noch aus südafrikanischen Minen, die im internationalen Vergleich sehr teuer produzieren. Darum will man nun über eine Milliarde Rand in das Recyceln von alten Abraumhalden stecken. So sollen 500.000 Unzen Gold im Jahr zusätzlich produziert werden.

Anteilseigner von Western Areas, das Papier hat seit dem Tipp im AKTIONÄR um über 60 Prozent zugelegt, bleiben investiert und spekulieren auf ein Übernahmepoker. Bei Gold Fields ist aufgrund der Kapitalerhöhung wenig Kurspotenzial zu erwarten. Harmony könnte durch den Deal Rückenwind bekommen. Die Aktien sind ein spekulativer Kauf. Zudem dürfte das Thema „Recyceln“ für Kurspotenzial sorgen. Anleger setzen hier auf den AKTIONÄRS-Favoriten Intec aus Australien.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 48/2006.

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