17.12.2018 Marion Schlegel

Johnson & Johnson Top-Verlierer im Dow Jones: Skandal um Babypuder sorgt für Kurssturz

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Johnson & Johnson
Trendthema

Die Aktie von Johnson & Johnson (J&J) hat den Dow Jones am Freitag deutlich nach unten gezogen. Das Papier verlor mehr als zehn Prozent und war damit der größte Verlierer im amerikanischen Leitindex. Grund für den Kurseinbruch sind neue Vorwürfe im Skandal um mutmaßlich asbestverseuchtes Babypuder. Wie die Nachrichtenagentur Reuters nach Auswertung von Firmenunterlagen, internen Berichten und vertraulichen Dokumenten berichtete, wusste der Hersteller von Penaten-Babypflege offenbar schon seit Jahrzehnten von der Existenz des gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffes in seinen Pudern. In internen Proben zwischen den Jahren 1971 und Anfang 2000 seien wiederholt kleinere Mengen Asbest nachgewiesen worden.

Diese Informationen seien aber nie an Aufsichtsbehörden weitergereicht oder publik gemacht worden. Anleger sehen nun weitere Klagen auf J&J zukommen. Gegen J&J gibt es in Zusammenhang mit den Vorwürfen bereits tausende Klagen. Die meisten Kläger haben erklärt, dass das in Puder enthaltene Mineral Talk selbst Krebs verursacht habe. In einigen Fällen geht es auch um eine mutmaßliche Verunreinigung von Talk durch Asbest, so Reuters weiter.

Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Der Artikel von Reuters sei "einseitig, falsch und aufrührerisch", so Johnson & Johnson in einem Statement auf seiner Website. Die Geschichte sei eine absurde Verschwörungstheorie, das Babypuder sei sicher und frei von Asbest.

 

 

Im Zuge des Kurseinbruchs riss das Papier auch wichtige charttechnische Unterstützungen. Nun befindet sich die Aktie an einem weiteren wichtigen Support: der 200-Tage-Linie. Wird auch diese nach unten nachhaltig durchbrochen, könnten rasch weitere Kursverluste folgen. Die Aktie von Johnson & Johnson befindet sich nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR. Es gibt derzeit ganz klar interessantere Werte.