28.07.2019 Benedikt Kaufmann

Jetzt Weltraum-Aktionär werden!

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Northrop Grumman
Trendthema

Drei Männer mit dicken Brieftaschen wollen die Raumfahrt revolutionieren. Die Rede ist von Jeff Bezos, Elon Musk und Richard Branson – je 131 Milliarden, 20,2 Milliarden beziehungsweise 4,1 Milliarden Dollar schwer. DER AKTIONÄR verrät Ihnen, wie Sie auch ohne Milliarden auf dem Konto bereits jetzt in die Raumfahrt investieren können.

Doch die Visionäre wollen nicht einfach nur Raketen ins All schießen. Jeder der Multimilliardäre hat sein eigenes Ziel. Amazon-Gründer Jeff Bezos entwickelt mit seiner Firma Blue Origin wiederverwendbare Trägersysteme und Raumfahrzeuge für eine Mondmission. Die große Vision von Elon Musk ist dagegen der erste Mensch auf dem Mars. Mit seinem Unternehmen SpaceX versorgt der Tesla-Chef bereits die Internationale Raumstation (ISS) und schießt Satelliten ins All. Virgin-Gründer Richard Branson widmet sich Weltraumtouren für Touristen.

Der Blick in die Sterne beflügelt aber nicht nur die Fantasie der Gründer-Milliardäre, sondern lässt auch andere Investoren von der Zukunft der kommerziellen Raumfahrt träumen. Vergangene Woche hat der Wagniskapitalgeber Chamath Palihapitiya seine Chance genutzt und mit seinem Investmentvehikel „Social Capital Hedosophia“ (HSC) für 750 Millionen Dollar Anteile an Virgin Galactic gekauft. Jetzt sollen das börsennotierte Investmentvehikel und Virgin Galactic fusionieren und an die Börse gebracht werden. Der US-Konzern wäre das erste private Raumfahrtunternehmen der zweiten Generation, das an die Börse geht.

Raumfahrt = Eine Billion Dollar Markt

Der Börsengang von Virgin Galactic könnte dabei der Startschuss für eine ganze Reihe weiterer Weltraum-IPOs werden. SpaceX will zwar nicht an die Börse, bevor der erste Mensch den Mars betreten hat, und Blue Origin ist dank seines finanzstarken Eigentümers Jeff Bezos nicht auf Fremdkapital angewiesen. Doch Raumfahrtunternehmen wie One Web oder Rocket Lab könnten den Börsengang wagen.

Das Interesse der Milliardäre, Investoren und Start-up-Gründer am Weltraum kommt dabei nicht von ungefähr. Bis 2040 könnte der Raumfahrt-Markt laut Morgan Stanley rund 1,1 Billionen Dollar erreichen.

Jetzt Weltraum-Aktionär werden mit Northrop Grumman

Wie aber als Aktionär schon jetzt in etwas investieren, das weit in der Zukunft liegt und scheinbar nur Milliardären und professionellen Investoren vorbehalten ist? Ganz einfach: mit Northrop Grumman oder OHB.

Der Rüstungs-Riese Northrop Grumman ist mit dem Kauf von Orbital ATK zum Raumfahrtkonzern aufgestiegen. Der US-Konzern ist damit nicht nur ein wichtiger Zulieferer für die Kampfjets und Bomber der US Airforce, sondern hat nun auch wertvolle Zukunftstechnologien rund um Trägerraketen und Raketentriebwerke im Portfolio.

Der große Auftragsbestand liefert eine solide Basis, um langfristige Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich zu erzielen. Gepaart mit einer stabilen operativen Marge von rund 15 Prozent sollte dies genügend Antrieb schaffen, um die Aktie wieder in Richtung Allzeithoch zu heben. Langfristig ist mit der Übernahme von Orbital ATK zudem eine aussichtsreiche Chance auf künftiges Wachstum geschaffen worden.

Northrop Grumman (WKN: 851915)

OHB – Ready for Take-off

Aus Deutschland stammt dagegen OHB. Die Bremer haben sich auf Satelliten- und Raumfahrtsysteme spezialisiert. So werden im Geschäftsbereich „Space Systems“ an unterschiedlichen Standorten in ganz Europa erdnahe und geostationäre Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung gefertigt und entwickelt. Im zweiten Geschäftsbereich „Aerospace + Industrial Product“ sorgt insbesondere die Tochter MT Aerospace für Aufsehen. Die Firma aus Augsburg ist Deutschlands größter Zulieferer für das europäische „Ariane 5“-Programm und am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guyana, mit umfassenden Dienstleistungen betraut.

Analysten trauen dem Raumfahrtkonzern in den nächsten Jahren steigende Wachstumsraten zu. Der konsolidierte Auftragsbestand von OHB lag Ende vergangenen Quartals bei 2,29 Milliarden Euro und spricht für eine langfristig positive Geschäftsentwicklung. OHB ist zudem mit einem 19er-KGV von 19 günstiger bewertet als zahlreiche andere Raumfahrt-Player.

OHB (WKN: 593612)

Dieser Artikel erschien bereits in DER AKTIONÄR Ausgabe 30/2019.