Bei Wacker Neuson nimmt die operative Trendwende Fahrt auf. Der Baumaschinenhersteller hat nach deutlichen Zuwächsen im zweiten Quartal seine Jahresprognose angehoben. Diese Entwicklung zeigt, wie schnell operative Hebel greifen, sobald sich die Nachfrage belebt. Die Aktie meldet sich eindrucksvoll zurück.
In einem spürbar stabileren Marktumfeld erwartet der Vorstand von Wacker Neuson für das Gesamtjahr einen Umsatz von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Die Prognose liegt damit am unteren Rand der neuen Bandbreite 100 Millionen Euro über der bisherigen Prognose. Auch bei der Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zeigt sich der Baumaschinenhersteller zuversichtlicher und geht von 7,0 bis 8,0 Prozent aus – und damit von jeweils 0,5 Prozentpunkten mehr als zuvor. Analysten rechnen beim Umsatz bislang mit einem Wert am unteren Rand der neuen Prognose.
Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 14,4 Prozent auf 665,1 Millionen Euro. Das EBIT verbesserte sich um 43,6 Prozent auf 63,2 Millionen Euro, was einer Marge von 9,5 Prozent entspricht. Im ersten Halbjahr kommt Wacker Neuson damit auf eine Marge von 8,3 Prozent und erzielt somit eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, als eine Marge von 5,2 Prozent erreicht wurde.
Nach Vorlage der Q1-Zahlen erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Karl Tragl gegenüber dem AKTIONÄR: „Das erste Quartal zeigt, dass unsere Maßnahmen aus den letzten Jahren wirken und sich das operative Geschäft verbessert hat.“
Passend dazu dürfte in Europa die weitere Erholung der Baukonjunktur zu einer schrittweisen Belebung führen, und auch die politisch initiierten Infrastruktur- und Modernisierungsprogramme sollten ihre Wirkung nicht verfehlen. Apropos Politik: In Nordamerika geht das Unternehmen trotz anhaltender Zölle von einer soliden Nachfrage aus. „Zum einen, weil sich die Händlerbestände normalisieren und wieder aufgefüllt werden, und zum anderen, weil der Markt insgesamt von anstehenden Investitionen profitieren dürfte – insbesondere von Infrastrukturprojekten sowie vom Ausbau der Recheninfrastruktur beziehungsweise vom Bau von Rechenzentren“, so Tragl weiter.
Der Vorstand hat seine Hausaufgaben gemacht. Mit weiteren Skaleneffekten, steigenden Marktanteilen in attraktiven Nischenmärkten, konsequenten Effizienzsteigerungen und einem strikten Kapitalmanagement dürfte das erwartete Wachstum auch künftig attraktive Renditen liefern und der mit einem 2027er-KGV von 12 günstig bewerteten Aktie entsprechende Impulse verleihen. Ein Blick auf den Chart zeigt: Der Anfang ist gemacht. Die nächsten Ziele lauten 22 und 25 Euro. Auch dieses Beispiel zeigt: Hintergrundgespräche mit dem Vorstand machen sich am Ende bezahlt – auch wenn manchmal etwas Geduld gefragt ist. DER AKTIONÄR setzt im Real-Depot auf steigende Kurse.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von Wacker Neuson befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 10:11
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