Der Iran hat angekündigt, die Straße von Hormus erneut für den internationalen Schiffsverkehr zu sperren. Als Begründung führte das zentrale Militärkommando des Landes Verstöße gegen die Waffenruhe im Südlibanon an, die Bestandteil eines zwischen den USA und dem Iran geschlossenen Rahmenabkommens war.
Zusammenfassung:
• Der Iran hat die Straße von Hormus erneut für gesperrt erklärt und begründet dies mit mutmaßlichen Verstößen gegen die Waffenruhe im Südlibanon sowie der anhaltenden israelischen Militärpräsenz in der Region.
• Die USA widersprechen der Darstellung einer wirksamen Sperrung: Nach Angaben des US-Militärs passierten zuletzt 55 Schiffe mit rund 17 Millionen Barrel Öl die Meerenge, während US-Streitkräfte die Freiheit der Schifffahrt absichern.
• Eine erneute Blockade der für den globalen Energiehandel wichtigen Wasserstraße könnte die Ölpreise stützen. Derzeit ergibt sich weder auf der Long- noch auf der Short-Seite ein klares Signal.
Nach Angaben der iranischen Führung spielt zudem die anhaltende Präsenz israelischer Streitkräfte im Südlibanon eine Rolle bei der Entscheidung zur Blockade. Zwar wird dieser Punkt im Rahmenabkommen nicht ausdrücklich genannt, jedoch enthält das Dokument Passagen zur Wahrung der territorialen Integrität und staatlichen Souveränität des Libanons. Das iranische Militärkommando kündigte darüber hinaus weitere Schritte an, falls die israelische Armee ihre militärischen Operationen im Libanon fortsetzen sollte.
Das US-Militär teilte kurz darauf mit, dass der Schiffsverkehr am Samstag zugenommen habe, "während die US-Streitkräfte in diesem Gebiet weiterhin zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt im Einsatz waren." Insgesamt hätten 55 Schiffe, darunter Transporte mit rund 17 Millionen Barrel Öl, die Meerenge durchquert. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (Centcom) bleiben die Streitkräfte in der Region präsent, um sicherzustellen, dass sämtliche Vereinbarungen des Rahmenabkommens "eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden."
Die Hisbollah gilt als wichtigster regionaler Verbündeter des Irans. Eigentlich sollte nach Angaben eines US-Regierungsvertreters seit Freitag um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) eine Waffenruhe im Libanon gelten. Sowohl die Hisbollah als auch die israelische Armee werfen sich jedoch gegenseitig Verstöße gegen die Vereinbarung vor.
Teheran fordert die Vereinigten Staaten auf, ihren Einfluss auf die israelische Regierung geltend zu machen. Die israelischen Streitkräfte betonten hingegen, auch künftig gegen jede Gefahr für den Staat Israel und seine Soldaten vorzugehen. Die Hisbollah erklärte ihrerseits, sie halte weiterhin an der Waffenruhe fest, werde jedoch auf jeden Versuch reagieren, weiteres Territorium einzunehmen.
Die in der vergangenen Handelswoche schwächelnden Ölpreise können nun wieder etwas zulegen. Denn sollte es tatsächlich zu einer erneuten Sperrung der wichtigen Meerenge kommen, würde dies wieder für ein Ungleichgewicht auf dem Ölmarkt sorgen. Aktuell drängt sich beim Ölpreis aber weder auf der Long- noch auf der Short-Seite eine Einstieg auf.
Heute, 07:07