22.06.2017 Fabian Strebin

Intesa Sanpaolo will zuschlagen - für einen Euro

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Intesa Sanpaolo
Trendthema

Die Intesa Sanpaolo ist laut verschiedenen Medienberichten an einer Übernahme der italienischen Volksbanken Popolare di Vicenza und Veneto Banca in Venezien interessiert. Allerdings stellt Intesa-CEO Carlo Messina Bedingungen.

Günstige Gelegenheit

Die beiden Volksbanken stehen schon länger am Abgrund. Intesa Sanpaolo will nur die gesunden Teile übernehmen. Faule Kredite in Höhe von zehn Milliarden Euro könnten dagegen in eine staatliche Bad Bank wandern. Aktionäre der Pleitebanken und Besitzer von Nachranganleihen würden dann auf Verlusten sitzen bleiben.

Stimmt die EU dem Verfahren zu, würde Intesa am Ende die guten Teile der Volksbanken für einen Euro übernehmen. Mit einem gut gefüllten Kapitalpuffer und überschüssigen Mitteln von annähernd zehn Milliarden Euro sollte die Integration der beiden Institute für Intesa Sanpaolo kein Problem sein. Zudem hat CEO Messina klar gemacht, dass die harte Kernkapitalquote und die Dividendenzahlungen seines Konzerns durch den Deal nicht beeinträchtigt werden. Eine Kapitalerhöhung schloss er ebenfalls aus.

Wette auf Comeback der Eurozone

Die Aktie der Intesa Sanpaolo hat gestern wieder deutlich angezogen. Das Papier bleibt eine Wette darauf, dass die Erholung in Europa auch auf Italien übergreift. Klappt die Übernahme der Volksbanken unter Messinas Bedingungen, baut die Intesa Sanpaolo die ohnehin schon starke Marktstellung in Italien ohne großes Risiko weiter aus.

Fundamental ist die Aktie mit einem KGV von 12 günstig bewertet, da die italienische Peergroup auf 16 kommt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9 deutet ebenfalls auf eine Unterbewertung hin. Aktionäre erwartet im laufenden Jahr zudem eine satte Dividendenrendite von 6,9 Prozent. DER AKTIONÄR rät zum Kauf und gibt ein Kursziel von 4,00 Euro aus. Ein Stopp sollte bei 2,00 Euro platziert werden