17.03.2020 Michael Schröder

Insiderkäufe während der Corona-Krise: Hier kauft der Vorstand eigene Aktien – HelloFresh (Teil 1)

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HelloFresh

Trotz Coronavirus und Konjunktursorgen: Vorstände und Aufsichtsräte greifen bei eigenen Aktien kräftig zu. Was liegt näher, als auf diejenigen zu hören, die es am besten wissen sollten? Niemand kennt den wahren Wert eines Unternehmens besser als der eigene Vorstand – und der Aufsichtsrat.

Die Insider besitzen Informationen über eine Aktie oder die Firma, von denen die Allgemeinheit keine Kenntnis hat. Das Wörterbuch nennt als Synonyme für einen Insider die Begriffe Eingeweihter, Kenner, aber auch Geheimnisträger.

Kein Geheimnis ist es aber mittlerweile mehr, wenn Insider Käufe und Verkäufe tätigen. Seit Juli 2002 müssen Vorstände und Aufsichtsräte auch in Deutschland Geschäfte mit Aktien der eigenen Gesellschaft gemäß Marktmissbrauchsverordnung (MAR) als sogenannte Directors’ Dealings melden. Die Meldepflicht gilt auch für Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, unterhaltsberechtigte Kinder und andere Verwandte, die seit mindestens einem Jahr demselben Haushalt angehören. Das Gleiche gilt auch für mit der Führungskraft in enger Beziehung stehende juristische Personen, treuhänderisch tätige Einrichtungen wie Stiftungen oder Personengesellschaften. Die BaFin stellt auf ihrer Homepage eine Datenbank mit allen gemeldeten und veröffentlichten Directors’ Dealings zur Verfügung.

Die Verantwortlichen sollten sich in ihrer Firma am besten auskennen. Die Führungskräfte dürften daher auch die Auswirkungen der Coronakrise auf ihr Unternehmen gut einschätzen können. Anleger bekommen in jedem Fall einen interessanten Hinweis auf eine mögliche Übertreibung.

HelloFresh (WKN: A16140)

Es gibt Signale, bei denen sollten Anleger genau hinschauen – auch oder gerade in Krisenzeiten. Bei Hellofresh ist es zu Käufen von meldepflichtigen Personen gekommen. Vorstand und Gründer Dominik Richter hat über seine DSR Ventures GmbH für 495.000 Euro Aktien zu 16,50 Euro gekauft.

HelloFresh hatte vor Kurzem mitgeteilt, man könne "sehr schnell auf Nachfrageschwankungen" reagieren. Lieferdienste sind trotz Coronavirus-Krise weiter erlaubt und rühren bereits die Werbetrommel. Die die Abozahlen dürften also ansteigen. Risikobewusste Anleger können den Insidern mit einer kleinen Position und engem Stopp folgen.