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30.11.2020 Michael Schröder

Infineon: Mit Hochleistungshalbleitern zu neuen Rekorden - die Hintergründe!

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Infineon Technologies

Die Infineon-Aktie verabschiedete sich am Freitag auf einem neuen Mehrjahreshoch bei 29,60 Euro aus dem Handel. Im Tagesverlauf notierte der Kurs sogar 29,76 Euro. Zum Wochenstart dürfte die Aktie vorerst eine Verschnaufpause einlegen. Parallel bereitet sich Deutschlands größter Chipkonzern auf den nächsten zyklischen Aufschwung in der Halbleiterbranche vor.

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Im Geschäftsbericht 2019/20 (30. September) beschreibt Infineon im Detail, dass die geplanten höheren Investitionen in Höhe von 1,4 Milliarden und 1,5 Milliarden Euro vor allem für die Erweiterung modernerer Fertigungsanlagen für Hochleistungshalbleiter verwendet werden sollen. Dem Bericht zufolge soll so die Basis geschaffen werden, „vom nächsten Marktaufschwung zu profitieren und die strukturellen Wachstumspotenziale voll zu nutzen.“

Mittel- bis langfristig erhofft sich Infineon starke Umsatzzuwächse bei Hochleistungshalbleitern auf Basis von Siliziumcarbid (SiC). SiC-Halbleiter sind nur etwa ein Zehntel so groß wie herkömmliche Silizium-Halbleiter, können aber Strom effizienter und mit einem deutlich geringeren Wärmeverlust umwandeln. So sollen beispielsweise Elektroautos durch den Einsatz von SiC-Chips zehn bis 15 Prozent mehr Reichweite erlangen. Ferner können die Autohersteller kleinere Batterien in ihren Fahrzeugen verbauen. Das wäre wohl der Durchbruch der Elektroautos. Bislang sind es nach Infineon-Angeben lediglich zwei OEMs, die SiC-Chips verwenden.

SiC-Halbleiter sind aber auch für die 5G-Technologie oder die Digitalisierung industrieller Prozesse (Stichwort Industrie 4.0) gut geeignet. Noch beläuft sich das Marktvolumen bei diesen Chips auf rund eine halbe Milliarde Dollar. Doch der Umsatz wird schnell steigen; neuesten Schätzungen zufolge um zehn bis 25 Prozent pro Jahr zwischen 2020 und 2022, und – bedingt durch die Elektromobilität – sogar um mehr als 40 Prozent ab 2023.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

Bleibt die Marktstimmung weiter gut, sollten die Papiere nach einer kurzen Konsolidierung in der Adventszeit weiter Kurs auf die 30-Euro-Marke und mehr nehmen - trotz der mittlerweile recht ambitionierten Bewertung. Das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten lautet 36 Euro.