19.04.2018 Nikolas Kessler

ICO: Wirbel um Savedroid – alles nur ein schlechter PR-Gag

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Das Fintech-Start-up Savedroid hat in den letzten Tagen für Wirbel gesorgt. Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als wäre das Team mit den Einnahmen aus dem ICO untergetaucht, hat sich der CEO mit einer Erklärung für die „drastische Kampagne“ zurückgemeldet.

Wer am gestrigen Mittwoch die Website von Savedroid besucht hat, wurde dort von einem Bild aus der TV-Serie „South Park“, garniert mit dem Satz „AANNND IT’S GONE“, verspottet. In seinem privaten Twitter-Account legt CEO und Gründer Yassin Hankir noch einen drauf und postete ein Bild von sich in einem Flughafenterminal sowie von einer Bierflasche am Strand mit dem Kommentar „Thanks guys! Over and out… #savedroidICO“. Die Frankfurter Büros des Unternehmens verwaist und auch telefonisch niemand zu erreichen.

Thanks guys! Over and out ... #savedroidICO pic.twitter.com/PMRtjlbEdD

Der Verdacht: Die Betreiber von Savedroid, die bei einem ICO erst kürzlich rund 40 Millionen Euro bei Krypto-Investoren eingesammelt hatten, haben sich mit dem Geld aus dem Staub gemacht – ein klassischer Exit-Scam.

Inzwischen ist aber klar: Es war lediglich eine PR-Aktion. Die Seite des Unternehmens ist wieder online – mit der Begrüßung: „AND IT’S NOT GONE“. In einem YouTube-Video „entschuldigt“ sich Hankir für die „drastische Kampagne“ und erklärt die Hintergründe.

Mit der Aktion wolle man auf den allgegenwärtigen Betrug in der Krypto- und ICO-Szene aufmerksam machen und zeigen, wie einfach es selbst für ein registriertes deutsches Unternehmen gewesen wäre, sich mit den ICO-Einnahmen aus dem Staub zu machen. All das natürlich nicht ohne Hintergedanken: Im selben Video kündigt Hankir einen neuen Geschäftsbereich für ICO-Beratung an.

Fazit: Absolut überflüssige PR-Aktion, mit der das Start-up zumindest kurzfristig viel Sympathie, Vertrauen und Glaubwürdigkeit zerstört hat. 

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