Schnaps, das war sein letztes Wort. Die Berentzen-Gruppe und der US-Spirituosenhersteller Sazerac haben einen Zusammenschluss vereinbart. Sazerac plant ein freiwilliges Übernahmeangebot für alle Berentzen-Aktien zu 5,55 Euro je Aktie, was einem Aufschlag von 68 Prozent auf den unbeeinflussten Dreimonatsdurchschnitt entspricht.
Bei 9,6 Millionen ausgegebenen Aktien entspricht das einer Bewertung von 53,3 Millionen Euro. Voraussetzung für den Vollzug ist eine Annahmequote von mehr als 50 Prozent. Der Abschluss wird im vierten Quartal 2026 erwartet. Anschließend strebt Sazerac, einer der weltweit größten Spirituosenhersteller, ein Delisting der Berentzen-Gruppe an und will die Marken weiterentwickeln, die bestehenden Standorte ausbauen sowie das weitere Wachstum des Unternehmens vorantreiben.
Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen das Angebot und wollen dessen Annahme empfehlen. „Wir als Vorstand sehen darin gemeinsam mit dem Aufsichtsrat eine hervorragende Chance für die Berentzen-Gruppe – für das Unternehmen, seine Mitarbeitenden sowie seine Aktionärinnen und Aktionäre“, erklären die Vorstände Oliver Schwegmann und Ralf Brühöfner.
„Für die Erreichung unserer strategischen Unternehmensziele ist ein hohes und stetiges Wachstumstempo von größter Bedeutung. Unserer Ansicht nach spielen dabei insbesondere die Themen Innovationskraft, Vertriebsstärke und Internationalisierung eine wesentliche Rolle. Genau in diesen Bereichen kann Sazerac als global aufgestellter, kapitalstarker Partner einen entscheidenden Unterschied machen. Sazerac hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben – auch durch gezielte strategische Übernahmen.“
Berentzen bietet mit Berentzen, Puschkin und Mio Mio etablierte Marken und auch ein wichtiges Vertriebsnetz in Deutschland. Sazerac will die bestehenden Standorte nicht nur weiterbetreiben, sondern auch ausbauen.
Ein Blick auf den Chart zeigt: Die Aktie stand in den vergangenen Monaten kräftig unter Druck. Die anhaltende Konsumflaute und die generelle Verunsicherung der Verbraucher infolge der Inflation und verschiedener Krisen haben auch in der Getränkebranche zu rückläufigen Absatzvolumina geführt.
Die Aktie, die nach ersten Spekulationen bereits in der Vorwoche positiv reagiert hatte, springt nach der Meldung der Zusammenschlussvereinbarung in Richtung des Übernahmeangebots – und erreicht damit das Kursniveau vom Frühjahr 2024. Der eine oder andere institutionelle Investor, der noch Berentzen-Aktien im Depot hat, dürfte sich freuen: Sie können die Position nun womöglich noch mit einem leichten Gewinn verkaufen, da Sazerac die Stücke abnimmt … bevor sie von den Englein fortgetragen werden.
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