27.07.2019 Michel Doepke

Hexagon Composites: Unter Hochdruck – darum gehört dem Unternehmen die Zukunft!

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Hexagon Composites
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Für CNG-Fans ein absolutes Muss: Zum dritten Mal öffneten die „CNG Mobility Days“ ihre Pforten, dieses Mal in Berlin, um über die jüngsten Entwicklungen zu sprechen. Seit Jahren kämpft die Branche für eine stärkere Akzeptanz dieses Gasantriebs, bei dem die Volkswagen-Gruppe eine wichtige Rolle einnimmt. Inzwischen bietet der DAX-Konzern unter verschiedenen Marken CNG-Modelle an. „Beim Gasantrieb sind wir Weltmarktführer und besser aufgestellt als der Wettbewerb. Auch diese Technologie werden wir weiter ausbauen und verbessern“, so Volkswagen-CEO Herbert Diess Mitte Mai auf der Hauptversammlung.

Natürlich müssen Gase wie CNG respektive Biomethan auch sicher in Hochdruckbehältern von A nach B transportiert werden. Darauf hat sich Hexagon Composites aus Norwegen spezialisiert. Durch die Komplettübernahme von Agility Fuel Solutions befindet sich das Unternehmen in einer Top-Position.Die Nordamerikaner glänzen mit CNG-Hochdruckbehältern und -systemen für nahezu alle Fahrzeugtypen. Agility verstärkt damit dieses Business in der Hexagon-Gruppe.

Hexagon Composites

Agility Fuel Solutions steuert nicht nur anorganisches Wachstum bei (Umsatzplus im ersten Quartal von 97 Prozent, EBITDA um 84 Prozent gesteigert), sondern auch starke Partner. An dieser Stelle sei die umfassende Kooperation mit dem Diesel- und Gasmotoren-Hersteller Cummins zu nennen. Das Unternehmen hat vor Kurzem ein Übernahmeangebot für den Wasserstoff-Spezialisten Hydrogenics veröffentlicht. Schließt sich dort der nächste Zulieferer-Kreis? Schließlich will Hexagon Composites auch im zukunftsträchtigen Wasserstoffsegment Fuß fassen. DER AKTIONÄR hat beim Geschäftsführer von Hexagon Purus, Michael Kleschinski, nachgefragt, wer zur Kundschaft zählt und warum CNG auch in Deutschland eine Zukunft hat.

DER AKTIONÄR: Herr Kleschinski, in welchen Märkten sehen Sie eine besondere Dynamik, was die Zulassungszahlen von CNG-Fahrzeugen angeht?

Michael Kleschinski: "In Italien, gefolgt von Deutschland, Belgien, Schweden, Tschechien. Im Rahmen der Directive on Alternative Fuels Infrastructure (DAFI) haben sich die Mitgliedstaaten eigene, nationale Ziele zum Ausbau der Infrastruktur auferlegt. Die Renewable Energy Directive (RED) gibt zudem vor, dass der Anteil an erneuerbaren Energien in der EU im Schnitt bei 20 Prozent in 2020 liegen muss. Die Prozentsätze der EU-Mitgliedstaaten variieren dabei stark – von zehn Prozent für Malta als niedrigstem Wert bis 72 Prozent für Island als höchstem Wert innerhalb der EU."

Sehen Sie die Bundesregierung auf einem guten Weg, der CNG-Mobilität nachhaltig zum Durchbruch zu verhelfen?

"Im ersten Schritt sind die Steuervergünstigungen für CNG bis 2026 verlängert. Im Transportbereich gibt es eine Mautbefreiung für Lkw und Busse von zwei Jahren. Die Einspeisung von Biogas wächst stetig und führt mit immer höherem Anteil zu einer wirklichen Dekarbonisierung der Umwelt. Da der Anteil an erneuerbaren Energien permanent steigt, werden Power-to-Gas-Lösungen in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Mit den langen Ladezeiten und kurzen Reichweiten von E-Autos und der Verbannung von Dieselfahrzeugen älteren Baujahres aus den Großstädten wird CNG aufgrund der vorhandenen Infrastruktur mittel- bis langfristig eine tragende Säule bei alternativen Antrieben darstellen."

Welche Kunden setzen im CNG-Segment auf die Produkte von Hexagon Composites?

Im europäischen Pkw-Segment setzt unter anderem die Volkswagen-Gruppe – mit den Marken Audi, VW, Seat und Skoda – auf unsere Produkte. Im Bereich Busse und Trucks zählen wir beispielsweise New Flyer, Daimler, UPS, McNeilus und Waste Management zur Kundschaft.

Vielen Dank für das kurze Interview!

Hexagon Composites (WKN: 904953)

Hexagon Composites (Top-Tipp Spekulativ) wurde durch die Explosion einer Wasserstoff-Tankstelle mit den Aktien von Nel und PowerCell in Sippenhaft genommen. Zu Unrecht, der Abschlag ist jedoch noch nicht aufgeholt. Mutige Anleger mit Weitblick nutzen die Kursschwäche zum Auf- beziehungsweise Ausbau der Position. Nach unten sichert ein Stopp bei 3,10 Euro ab.