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24.09.2021 Michael Schröder

Hapag-Lloyd: Vorstand hält Frachtraten für zu hoch, Goldman Sachs die Aktie für zu teuer - Rallye beendet?

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Hapag-Lloyd

Hapag-Lloyd hat als weltweit fünftgrößte Container-Reederei nach rund zehnjähriger Krise zuletzt vom Boom der Branche stark profitiert und im Konzern ein Halbjahresergebnis von 2,7 Milliarden Euro verbucht. Grund für die massiven Gewinnsprünge ist eine deutlich gestiegene Nachfrage während der Corona-Pandemie bei gleichzeitig knappen Transportkapazitäten, die durch pandemiebedingte Einschränkungen zusätzlich noch geringer ausfallen als üblich.

Der Hapag-Lloyd-Vorstand hält die derzeit aufgerufenen Preise für den Transport eines Containers für viel zu hoch. „Jetzt ist es eigentlich zu extrem“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Zwar seien die Frachtraten während der jüngsten Schifffahrtskrise viel zu niedrig gewesen. So seien etwa für einen Container von Asien nach Südamerika zeitweise nur 50 bis 200 Dollar bezahlt worden. Dass jetzt aber gleich Tausende Dollar aufgerufen würden, sei zu viel. „So starke Schwankungen sind schlecht fürs Geschäft. Die braucht eigentlich niemand.“

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktie von Hapag-Lloyd von 66 auf 106 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Sell" belassen. Das neue Kursziel reflektiere vor allem den höher als bislang erwarteten Free Cashflow für 2021 und 2022, so Analyst Patrick Creuset. Obwohl die Reederei in den vergangenen Jahren durchweg erstklassige Leistungen erbracht habe, sei ihre Bewertung nach wie vor deutlich höher als die der Wettbewerber, begründete er sein anhaltendes Verkaufsvotum.

Hapag-Lloyd (WKN: HLAG47)

Die Aktie von Hapag Lloyd befand sich in den letzten Wochen und Monaten im Rallyemodus. Seit Jahresbeginn hat der Wert in der Spitze 160 Prozent an Wert zugelegt. In den letzten Tagen ist es – wie zwischenzeitlich mehrfach gesehen – zu Gewinnmitnahmen gekommen. Bleiben die Frachtraten noch länger auf dem hohen Niveau, dürfte die Aktie ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen.

Zur Erinnerung: Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die Ergebnisentwicklung im "Superzyklus" der Logistikbranche erst 2022 einen Höhepunkt erreicht, und nicht bereits in diesem Jahr. Analyst Andy Chu sieht für 2022 und auch 2023 immenses Überraschungspotenzial und ist entsprechend optimistisch für alle von ihm beobachteten Papiere von Container-Reedereien und Logistikkonzerne. Der Experte hat daher seine Einschätzung für die Aktie von Hapag-Lloyd vor wenigen Tagen von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 180 auf 265 Euro angehoben.

(Mit Material von dpa-AFX)